In Aachen trifft sich die Start-Up Gangsterszene

Eine Einladung trudelte kürzlich bei mir im E-Mail Postfach ein. Ich wurde zum GründerTAG und zur navabiGründernacht eingeladen. navabiGründernacht? Wird wohl der eine oder andere fragen. Wer oder was ist das denn?

Nun dazu später mehr…

Ich habe mich einmal angemeldet. Dieser GründerTAG soll eine hervorragende Gelegenheit sein, Start-ups aus dem Raum Aachen kennen zu lernen. Komisch, bis vor kurzem waren wir auch noch ein Start-Up aus Aachen. Eingeladen hat uns aber keiner als Unternehmen zu solchen Veranstaltungen. Obwohl wir genau an dieser Universität geboren wurden. Vermutlich war unsere Idee nicht attraktiv genug. Zugetraut hat uns das Gründerzentrum schon damals nichts. Dennoch besteht unser Portal nun seit 5,5 Jahren. Da hat andere schon viel eher der Internettod ereilt.

Vor erfahrenen Gründer-Coaches pitchen. Von wegen.

Der GründerTAG soll außerdem die Gelegenheit sein, vor erfahrenen Gründer-Coaches des Gründerzentrums zu pitchen. Von wegen. Wenn wir damals auf unseren „erfahrenen“ Gründer-Coach gehört hätten, dann hätten wir heute kein Unternehmen.

Ganz im Gegenteil. Die Gründer-Coaches konnten damals von mir etwas lernen. Denn die WHU abzuschließen bedeutet nicht gleichzeitig, dass man ein Gründer-Coach ist. Erfahren schon gar nicht. Ich hatte immer fünf Jahre Berufsleben hinter mir und evtl. ein Gespür für Business. Die WHU-Futzis am Gründerzentrum können gerne vor Amtsantritt einen Kurs bei mir belegen. Darin erkläre ich ihnen gerne, was sie so alles können. Nichts.

Alte und neue Gangster der Gründerszene

Ein Blick in die Gästeliste offenbart, dass sich am 20. November Vertreter der „Start-Up Gangsterszene“ in Aachen trifft. Darunter – wie könnte es anders sein – die Copycat-Schmiede schlechthin: Rocket Internet.

Das Geschäftsmodell von Rocket Internet ist nicht illegal. Aber auch nicht innovativ. Vielmehr mag keiner deren Vorgehensweise. Erfolgreiche Start-Ups (meist aus den USA) werden schnell kopiert, mit Kapital aufgeblasen und dann verkauft. Das Konzept geht meist auf. Aber halt nicht immer.

Gleiches Vorgehen wird auch bei der Expansion in andere Länder bevorzugt. Unerfahrene und blauäugige (WHU-)Absolventen werden mit dicken Versprechen ins Ausland geschickt und dort verbrannt. Jüngstes Beispiel ist beispielsweise die Türkei, aus dessen Markt sich Rocket Internet komplett verabschiedete.

Ich staunte nicht schlecht, als ich den zweiten Gast dieser Veranstaltung erblickte. Der CEO von Lieferheld. Moment mal, war das nicht das Unternehmen, das einmal gewaltig Ärger hatte?

Tatsächlich. Aufgrund von Datenklau gab es einmal einen Strafbefehl gegen das Führungsteam von Lieferheld.

Nun, was sollen diese Leute jungen Studenten vermitteln? Wie man hirnlos Projekte kopiert? Oder die Daten von anderen Projekten klaut, um sich damit schnell groß zu zeigen?

Eine Hand wäscht sich die andere bei diesen WHUlern.

Nachwuchs-Gangster der Gründerszene

Kommen wir zur navabiGründernacht und der Frage wer zum Henker navabi ist. Nun, navabi ist ein Aachener Start-up. Schon etwas länger dabei. Die machen in Mode soweit ich weiß. Die sind auch recht erfolgreich, so dass sie schon mehrere Finanzierungsrunden hinter sich haben. Davor habe ich Respekt.

Eher Missmut höre ich über die Gründer von navabi. Leider haben Iraner hierzulande keinen guten Ruf in Sachen Business. Oft bekomme ich zu hören, dass man ihnen nicht trauen kann, dass sie für den eigenen Profit alles tun würden.

Natürlich kann man dies nicht pauschalisieren. Aber hier lebende Iraner gehören schon zu einer bestimmten Gruppe von Menschen. Sie leben nicht umsonst im „Exil“.

Nun ja, ich werde am Mittwoch auf dieser Veranstaltung sein und dann sehen wir, was dort alles geboten wird. Gerne berichte ich im Nachhinein darüber.

 

 

 

 

 

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