Als Freiberufler Software kaufen oder mieten?

Ich war vor kurzem wieder einmal in der Türkei. Unter anderem habe ich einen meiner besten Kumpel dort getroffen, der nach seinem Master im Bereich Bauingenieurwesen zurück in seine Heimat gekehrt ist. Dort ist er nun einer der gefragtesten Stahlbau-Ingenieure.

Mich interessieren in anderen Ländern immer auch die Arbeitweise der dortigen Menschen. Türken sind im Vergleich zu Deutschen fleißiger. Dafür aber bei längeren Arbeitsstunden gleich produktiv. In der Türkei ist zudem alles viel hektischer oder – wie es mein Kumpel beschreibt – aufregender. Hierzulande wird um Punkt 17 Uhr der Stift fallengelassen. Dort geht die Arbeit auch nach Büroschluss weiter. Zumindest im Kopf.

Leider fehlt es den Menschen dort in der Regel an Weitsicht. Selbst Firmeninhaber sind wenig visionär, so dass Ingenieurbüros oft die nötige Hard- und Software fehlt.

So besorgt sich der Kollege seine Software selbst und bearbeitet Projekte privat als Freiberufler. Auch in puncto Software sind mir Unterschiede aufgefallen. Dort erwirbt man in der Regel eine Lizenz. Diese kostet zum Teil vierstellige Beträge, wobei Rabatte oder Ratenzahlung eingeräumt werden.

Wenn ich Software benötige greife ich lieber auf das Software as a Service Prinzip zurück. Beim SaaS wird Software nicht als CD-Produkt gekauft, sondern als ein Service angemietet. Ich persönlich mag nicht mehr herumhantieren mit Updates, CDs und Installationen.

Daher bevorzuge ich mittlerweile nur webbasierte Tools, die ich von überall aus ansteuern und ggf. auch auf meinem mobilen Endgerät nutzen kann. Kritiker werden sagen, dass die Daten dann aber auf fremden Servern liegen, evtl. Verluste nicht ausgeschlossen werden können. Gut, so sensibel sind meine Daten nicht und ich habe auch große Zuversicht, dass die Verlustgefahr durch Backups relativ gering ist.

Ich bleibe dabei: Wenn Software nutzen, dann nur in Form von SaaS. So müssen keine hohen Anfangsinvestitionen getätigt werden. Die Kosten der Software lassen sich auf jeden Monat herunterrechnen, Komponenten hinzufügen oder entfernen oder Software nur temporär nutzen. All das ist beim Kauf einer Software nicht möglich.

 

2 Kommentare

  1. Hallo Ali, ich stimme Dir komplett zu, dass Software zum Herunterladen nicht mehr zeitgemäß ist -allein schon der Verfügbarkeit und der Updates wegen. Man sollte sich auf jeden Fall die Datenschutzrichtlinien der Anbieter durchlesen, ich fühle mich wohler wenn meine Daten (egal wie sensibel) nicht wirr in einer internationalen Cloud sondern auf einem Server in Deutschland gespeichert werden.

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