Braucht die Welt eigentlich meine Idee?

Menschen haben oft die verrücktesten Ideen. Vor 1-2 Jahren meldete sich einmal ein Gründungswilliger bei mir mit einer Idee, die er für revolutionär hielt. Es sollte „YouSoc“ heißen.

Allein beim Namen hatte ich bereits meine Zweifel. Zu nah lag es am englischen Ausspruch „You suck“, was milde formuliert mit „Du stinkst“ übersetzt werden könnte.

Das weitaus größere Problem an der Idee war jedoch der Bedarf einer solchen Plattform, die gleich mehrere Dinge wie Soziales Netzwerk, Abofallenalarm etc. sein sollte. Ich sah für diese Idee keinen konkreten Bedarf. Schon gar nicht, wenn man dafür bezahlen sollte. Der Kollege war jedoch sehr überzeugt von seiner Idee. Diese wurde nie umgesetzt.

Zielgruppe genau kennen

Wenn Experten Gründern Tipps geben, dann sprechen sie oft davon, dass man seine Zielgruppe genau definieren und kennen soll. „Natürlich kenne ich meine Zielgruppe“, heißt es dann oft. Aber können wir das tatsächlich belegen?

In meinem neuen Projekt sehe ich einen Eigenbedarf. Daraus schlussfolgerte ich sofort, dass Menschen in derselben Lage auch denselben Bedarf haben.

Im Grunde ist das nur eine Vermutung. Belegen kann ich das nicht.

Auch hinsichtlich der Anbieter, die ich gerne auf das Portal ziehen möchte und denen einen weiteren Kanal für Umsatzgenerierung bieten möchte, habe ich noch keine richtige Analyse bzw. Befragung durchgeführt. Auch hier „glaube“ ich vielmehr, dass die Angebot wahrnehmen und dafür bezahlen werden.

Die Lösung

Die Lösung liegt auf der Hand. Wenn man wissen möchte, ob ein Angebot genutzt werden wird, dann muss man potenzielle Kunden fragen. Man kann beispielsweise mit ProvenExpert qualifiziertes Kundenfeedback einholen. Die einfachste Form wäre ein Umfragebogen.

Das Problem bei vielen Umfragen ist, dass sie zu lang sind. Gründer wollen gleich dutzende Fragen beantwortet haben. Dabei sollten sie stets im Hinterkopf behalten, dass die wenigsten Menschen gerne ihre Zeit mit Fragebögen totschlagen.

Ich empfehle einen Fragebogen auf maximal zehn Fragen zu beschränken und Antworten vorzudefinieren. Später kann ggf. ein weiterer, auf den ersten aufbauender hinterher geschickt werden.

In diesem ersten Fragebogen sollten die wichtigsten Fragen wie:

  • Sehen Sie hierfür einen Bedarf?
  • Würden Sie für so einen Dienst zahlen?
  • Wie viel würden Sie für so einen Dienst ausgeben?

gestellt werden. Natürlich empfehlen sich auch Expertengespräche, die den Markt besser kennen und den Puls der Wirtschaft messen.

Fazit

Wer vorher den Markt analysiert, wer seine Zielgruppe genau kennt und erst dann mit der Umsetzung beginnt, spart nicht nur wertvolle Zeit sondern auch viel Arbeit, wenn das Projekt von vorneherein eh keinen Bedarf befriedigt.

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