E Commerce: Jeder vierte Web Euro geht in die USA

Die E Commerce Branche im deutschsprachigen Raum hat sehr viel nachzuholen und verliert jeden vierten Euro an US Online Unternehmen.Jetzt werden meine Befürchtungen und Warnungen auch noch durch eine Studie von Internet Retailer. Aber ganz brutal wird es für EU-Unternehmen, allen voran den deutschen, dass die US Firmen schneller wachsen in Europa.  In anderen Worten zeigen amerikanische Online Firmen den deutschen Unternehmern wo der Haken hängt und das im eigenen Wohnzimmer. Während in deutschen Agenturen lieber darüber gefachsimpelt wird welcher Begriff sich besonders toll anhört, machen die Amis kurzen Prozess, indem sie einfach Business machen und zwar Business das die Leute machen wollen. Kann es sein, dass die Amerikaner unsere Online Generation besser verstehen ? Oder woran liegt es, dass im Land der Dichter und Denker das Geschäft verloren geht ? 

38% Wachstum für Amazon in Europa, 16% Umsatz Plus im britischen E-Commerce, 22% E-Commerce Wachstum in Frankreich und 10,8 Wachstum für den deutschen E-Commerce sind nur einige Zahlen und Fakten, die eine deutliche Sprache sprechen. Hier geht es allerdings weniger darum, dass der E-Commerce eine Wachstumsindustrie ist, sondern darum das die wirtschaftlich stärkste Nation in Europa (Deutschland) weniger erfolgreich ist wie die UK und Frankreich.

Und das was in Deutschland umgesetzt wird geht zu einem großen Teil an US-Amerikanische Internet Firmen! Es ist eine völlig klare Kiste, dass trotz Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa nicht alles toll laufen kann, aber es ist auch eine klare Kiste, dass deutsche Unternehmen viel zu wenig tun und sich den Rang ablaufen lassen.

 

Die Strategie ist auch sehr deutlich, denn die US-Online Unternehmen verfolgen genau dieses Ziel und zwar wollen sie die Marktanteile beherschen und die Europäer dürfen gerne mal in die Röhre schauen d.h mehr Arbeitsplätze und Umsatz geht in die USA und weniger Arbeitsplätze und weniger Steuern und weniger Löhne und nochmals weniger Absatz in Europa. Allen voran auch schmerzlich für uns in Deutschland!

 

Der Online Konzern Amazon führt die 33 Top US Online Firmen im EU-Ranking an und konnten insgesamt ihren Umsatz von 15,9 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2010 auf 20,2 Milliarden Euro im Jahr 2011 verbessern. Allein Amazon konnte laut „Internet Retailer“ Jahr für Jahr wachsen und verbesserte seinen Umsatz von 9,4 Milliarden Euro auf 12,9 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2011. Auch die anderen amerikanischen Online Unternehmen brauchen sich sicherlich nicht zu verstecken im Top 400 Ranking der EU Online Unternehmen.

 

Ich bin mir sicher, dass sich in Deutschland und Europa insgesamt nur dann was ändern wird, wenn die Entscheider und Führungskräfte sich radikal verbessern oder einfach ausgetauscht werden. Schließlich geht es hier, um eine Zukunfts-Industrie und nicht um irgendeinen Wirtschaftszweig. Deutsche Entscheider diskutieren oftmals lieber darüber wie unsinnig Social Web ist, während Konzerne wie Coca Cola und Amazon längst den F-Commerce für sich entdeckt haben.

Andere Diskussionen werden auch gerne mal hinsichtlich Google Plus geführt, während alle amerikanischen Unternehmen längst mit Google Plus arbeiten. Amerikanische Firmen sind spontaner und lassen sich auch gerne mal die Karten diktieren vom zahlenden Kunden, während in Deutschland und Europa allgemein noch darüber gefachsimpelt wird, ob Banken sich auf Facebook engagieren oder lieber nicht.

Bereits vor 2 Jahren schrieb ich in einem Blogartikel, dass es zahlreiche deutsche Firmen gibt, die die Chancen mit Social Web lieber ignorieren statt sich Experten zu lohnen , die mit dem Internet aufgewachsen sind, statt immer nur auf Leute setzen, die zwar viel studiert haben, aber trotzdem keine Ahnung haben was der digitale Kunde wirklich denkt, fühlt und erwartet.

Die Amerikaner machen es so, dass sie Leute an der Basis haben und Trainer sowie Berater ranholen, die ganz nah an der Basis sind und die Basis sind die Kunden…die Basis besteht aus neuen Kunden und zwar dem Online Kunden, der ein völlig anderer Kunde ist, als es Kunden der 1990er Jahre waren.

Firmen wie Amazon setzen auf Innovationen wie Produktvideos, während die selbstsüchtigen Experten in Deutschland diese Entwicklung lieber erst abwarten und Tee trinken.

Mein Fazit ist vielleicht hart , aber deutlich:

Die Wirtschaft wird in 10 Jahren zu 70% aus amerikanischen Internet Firmen bestehen. Allen voran wird Google traditionelle Hersteller und Großhändler entmündigen und aus ihnen bessere Lieferanten machen. Google hat in den USA längst eigene Logistik-Infrastruktur. Gleiches ist von Amazon und Apple zu erwarten, die andere Bereiche der europäischen Wirtschaft diktieren werden und die Online Kunden in old good germany werden ihnen folgen, weil sie sich dort besser aufgehoben fühlen und globaler denken, als es jeder deutsche Konzern kann.

 

Quelle: Internet Retailer

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