Erfahrung mit indischen Entwicklern

Wie haben relativ früh erkannt, dass im mobilen Lernen ein Trend liegt. Daher haben wir frühzeitig begonnen, entsprechende Apps für IOS und Android zu designen. Da wir innerhalb des Teams keine Entwicklerkompetenzen hatten, mussten wir diese Arbeit outsourcen.

Die erste Version der App – ein voller Erfolg

Abbildung Android AppNach einer etwas längeren Suche nach einem günstigen IOS-Entwickler und einer eher kürzeren Suche nach einem Android-Entwickler konnten die beiden Projekte gestartet werden.

Mit den Ergebnissen waren wir sehr zufrieden. Beide Entwickler waren hochmotiviert. Innerhalb von 2-3 Monaten hatten wir beide Apps in den jeweiligen App Stores. Erstaunt waren wir darüber, dass gerde die IOS-App binnen 1-2 Tagen überprüft und freigegeben wurde.

Die zweite Version der App – der Beginn eines Albtraums

Nach ca. einem Jahr beschlossen wir ein Update zu fahren. Nutzer wünschten sich mehrere Funktionen. Selbstverständlich gingen wir erneut an die beiden Programmierer heran. Diese nahmen auch den Auftrag an. Naja, annehmen bedeutet nicht gleich motiviert daran arbeiten.

Nach sechs Monaten musste der IOS-Entwickler aufgeben. Offenbar reichten seine Programmierkenntnisse nicht aus. Seine Art passte nun gar nicht zu den deutschen Tugenden, die wir kannten. Wir hätten zumindest erwartet, dass er uns frühzeitig mitteilt, dass er keine Zeit, keine ausreichenden Kenntnisse besitzt.

Beim Android-Entwickler (ebenfalls ein Deutschler) offenbarten sich ähnliche Probleme. Nichtsdestotrotz ging die App in der Version 2.0 nach fast 1,5 Jahren Entwicklungsarbeit live. Innerhalb einer Woche wurden 8 Updates gefahren, da die App auf den unterschiedlichsten Android-Geräten unterschiedlichste Fehler hervorbrachte.

Nach dem 8. Update war der Entwickler für uns quasi nicht mehr zu sprechen. Er ignoriert E-Mails, Rückrufe fanden nicht statt. Egal, worüber wie ihn auch kontaktierten. Eins war klar: Er hatte keine Lust mehr, die App fehlerfrei zu bekommen und war zu feige, dies zu sagen. Hätten wir ihm dafür den Kopf abgeschnitten? Sicherlich nicht.

Der Neustart in Indien – auch die können es nicht besser

Es heißt immer wieder, dass Indien in der Softwareentwicklung weiter ist als in Deutschland. Und auch günstiger. Gleichwohl heißt es aber auch, dass indische Programmierer nur nach Anforderungen programmieren, selbst wenn offensichtliche Missstände in der Dokumentation vorliegen.

Dies hielt uns immer davon ab, Entwickler im Ausland zu suchen. Da ein Freund jedoch seit Jahren mit einer indischen Firma zusammenarbeitete, fragten wir nach seinen Erfahrungen. Da diese recht positiv waren, beschlossen wir, die IOS-App dort fertigstellen zu lassen.

Im Juli 2011 begann diese Kooperation. Als Lieferzeitpunkt für eine testfächige App wurde uns der 15. August 2011 genannt. Als Mitte September immer noch nichts bei uns ankam, hakten wir noch einmal nach.

Fakt ist, dass im Mai 2012 endlich unsere App im App Store war. Über sechs Monate nach vereinbartem Termin. Das wäre ja noch in Ordnung, wenn die App auch vernünftig funktioniert hätte. Gerade die wichtigste Funktion, mit der wir Geld verdienen wollten, funktionierte nicht.

In der Zeit bis Ende November 2012 startete die indische Firma insgesamt 5 Versuche, die App zu korrigieren. Alle 5 Versionen wurden von Apple abgelehnt. Am 23.11.2012 beendete ich dann das Projekt mit der indischen Firma, dessen Projektmanagerin Wochen vorher aufhörte, mit mir zu kommunizieren.

Fazit

Mein Ziel mit diesem Artikel ist es nicht, einzelne Volksgruppen schlecht zu machen. Wie Ihr seht, bin ich auch von deutschen Entwicklern enttäuscht. Entwickler haben für mich einfach kein Gefühl für Business. Sie denken nicht über Referenzen und Konsequenzen nach.

Vielleicht haben wir aber auch Fehler gemacht, indem wir vertrauen wollten und Vertrauen geschenkt haben. Ich kann mittlerweile verstehen, warum sich Firmen lieber Freelancer in-house wünschen. Somit sorgt man dafür, dass der externe Mitarbeiter auch tatsächlich vernünftig arbeitet.

3 Kommentare

  1. Hallo zusammen,

    ja es liegt an der vielleicht unterschiedlichen Einstellung zum generellen Business…

    Doch es stimmt aus meiner Erfahrung heraus, dass wir gerne ud wirklich naiv glauben, Indien sei in der Softwareentwicklung weiter ist als in Deutschland. Und dann auch noch günstiger. Günstiger als was?

    Vielleicht haben wir nur die typischen Fehler gemacht, indem wir vertrauen wollten und vielleicht auch zuviel Vertrauen geschenkt haben…

    Schlagen Sie sich doch einmal mit indischen Programmieren herum…

    empfiehlt Ihnen (nicht)

    Dr. Hans-Juergen Karg

    PS: Gegenbeispiele hätte ich wirklich gerne…

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