Falsche Vorstellungen an Gründungsbeteiligungen junger Leute

Dieser Beitrag soll ein wenig die Jugend von heute ein wenig aufklären, die glaubt, nur weil sie einen Universitätsabschluss besitzt und Freunde schon erfolgreich Unternehmen gegründet haben, dass sie „mal so“ Anteilseigner an einem Unternehmen werden können.

Ach, ist dem nicht so? Nein, das ist nicht so.

Denn Anteile an einem Unternehmen sind keine Kekse, die man mal so vergibt. Sie sind Vermögensgegenstände, die eines Tages sehr viel wert sein können. Da gehört es schon ein bisschen mehr dazu als nur ein Uniabschluss.

Was sollte man als Anteilseigner leisten?

Nun, zunächst einmal benötigt ein Start-up am Anfang eine Finanzierung. Einige Vorhaben sind eher arbeitsintensiv, d.h. die Gründer selbst decken die Kernkompetenz des Unternehens ab. Sie benötigen wenig Infrastruktur, können also z.B. mit vorhandenen Arbeitsmitteln (eigener Computer) aufgezogen werden.

Andere wiederum sind eher kapitalintensiv. Es ist Geld für Lager, Fahrzeuge, Ausstattung notwendig. Wenn dies der Fall ist, dann beteiligt man sich in der Regel an dieser Finanzierung mit und ist dann von Anfang an Teilhaber des Unternehmens.

Es gibt dann Gründungsvorhaben, wo das eingesetzte Kapital nicht so im Vordergrund steht. Das war z.B. bei uns der Fall. Ich glaube unsere Investition in den ersten zwei Jahren betrug gerade einmal 3.000 €. Das ist bei anderen Internet-Unternehmen wohl nicht anders. Bei uns zählte mehr die eigene Arbeitskraft oder wie man so unschön sagt, das Humankapital.

Wir haben alle lange Zeit für lau oder für wenig Geld an dem Start-up und an unserem Produkt gearbeitet. Das hat jeden dann dazu berechtigt, Anteilseigner an dem Unternehmen zu sein. In solch einem Fall hat auch keiner der anderen ein Problem damit, dass andere am Unternehmen beteiligt sind. Man weiß die Arbeit zu schätzen.

So geht es nicht

Wer Anteile an einem Unternehmen haben will, der muss also eines dieser zwei Dinge vorweisen:

  1. Einsatz von Vermögen (Kapital)
  2. Einsatz von Arbeitskraft (Humankapital)

Menschen, die von Anfang an des Projektes dabei sind, jedoch weder das eine noch das andere leisten, d.h. eher gegen Bezahlung ein Start-up aufbauen, sind keine Gründer sondern Mitarbeiter.

Sie haben keinen Anspruch auf Anteile. Zumindest würde ich denen keine geben. Sie waren weder an der Ideenfindung, noch beim Aufbau (mit kostenloser Arbeitskraft), noch bei der Finanzierung dabei. Sie sind also „nur“ Mitarbeiter.

Virtuelle Mitarbeiterbeteiligung

Ob das Gründerteam Mitarbeitern Anteile überlässt, das bleibt ihnen überlassen. Ein Recht darauf haben sie m.E. nicht. Je nach Goodwill kann man diesen vielleicht 1-2% überlassen. Dafür müssen die sich aber auch längerfristig an das Unternehmen binden.

Richtige Gesellschafteranteile würde ich ihnen jedoch nicht geben, sondern die von mir zuvor beschriebene virtuelle Mitarbeiterbeteiligung anbieten. Diese soll den Mitarbeiter motivieren, indem sie den Mitarbeiter am Erfolg (und nur dann) profitieren lässt.

Die Jugend von heute

Die Jugend von heute hat manchmal utopische Vorstellungen. So empfahl ich einem Bekannten, seinen Mitarbeitern die oben erwähnte Mitarbeiterbeteiligung anzubieten. Er jedoch wollte eher richtige Gesellschafteranteile geben und dann auch nicht die 1-2%. Meines Erachtens durfte sich der Mitarbeiter damit sogar glücklich schätzen. Stattdessen reichten ihm die Prozente nicht. Da verstehe einer die Jugend von heute.

Woran liegt das?

Ich glaube die Jugend von heute hat völlig falsche Vorstellungen. Sie wollen am liebsten schnell reich werden, Geld ausgeben und zeigen, was man hat. Offensichtlich will keiner mehr mit harter Arbeit Geld verdienen. Ich schätze, das hängt ein wenig mit Konkurrenzdenken zusammen. Was haben meine Freunde, was habe ich?

So funktioniert das aber nicht. Die Treppen zum Gipfel erklimmt man nur Schritt für Schritt. Angestellt sein und dann noch fett am Unternehmenserfolg verdienen, gibt es wie mein langjähriger Freund sagen würde, nur auf „Fantasy Island“.

2 Kommentare

  1. Ich finde den Artikel sehr interessant und auch für etwas „erfahrenere Gründer“ (ich habe 2 Firmen gegründet) interessant. Ich kann auch http://www.der-onlinesteuerberater.de empfehlen, dort gibt es ein kosnteloses Buhhaltungstool. Habe mich dort angemeldet und mache meine Umsatzsteuervoranmeldung kostenfrei via ELSTER. Meinen Jahresabschluss mache ich dann mit den eingespeicherten Daten selber. Kann ich nur empfehlen und für Gründer ist es cool, weil die große Hürde Umsatzsteuervoranmeldung entfällt.

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