Gründe nie mit Unerfahrenen!

Ich gebe in diesem Blog ja meine Erfahrungen als Gründer weiter. 2009 gründetete ich mein erstes Start-Up. Damals mit zwei Kumpels. Beide kaman grad von der Uni und hatten wenig Berufserfahrung. Ich dachte mir nix dabei und stürtzte in das Abenteuer.

Ich habe den Gang in die Existenzgründung nie bereut. Unser Unternehmen existiert immer noch, auch wenn es seither kaum große Sprünge gemacht hat. Das lag auch an der Visionslosigkeit meiner Mitgründer. Diese wollte etwas „online bringen“ und dann nur noch schauen, wie der Rubel rollt. Unerfahren eben. Denn nur wo gehobelt wird, fallen auch Späne.

Mittlerweile sind fünf Jahre seit der Gründung vergangen. Man dürfte meinen, dass man in dieser Zeit viel dazulernt. Das ist auch so. Ich habe in fünf Jahren als Online-Gründer mehr gelernt als in fünf Jahren als Unternehmensberater.

Leider trifft das auf meine Mitgründer nicht zu. Das liegt einfach an der Einstellung. Keine Seminare besucht, kein Austausch mit anderen Gründern, keine Weiterentwicklung im Fachgebiet. Da ist es nur normal, dass man immer noch so denkt wie zu Unizeiten.

Mit Ach und Krach forcierte ich das Projekt zu einem Strategiewechsel. Die Webseite sollte weg von der Generierung kostenloser User hin zu Generierung zahlender Kunden. Es ist verständlich, dass die Kommunikation auf der Webseite dann eine andere ist. Von „Meld‘ dich kostenlos hier an“ hin zu „Kauf dies und das“.

Jeder halbwegs gescheite Mensch würde erkennen, dass diese beiden nur sehr schwer in einem Splittest zu vergleichen wären. Um es verständlicher zu machen:

Was würde sie tun, wenn ein Obstverkäufer sagt: „Hey, probier‘ mal diese Erdbeeren umsonst und wenn sie dir gefallen, kaufe sie dann“ und ein anderer sagt: „Meine Erdbeeren kosten 2,99 €“? Es hendeln sich aber um die gleichen Erdbeeren.

Natürlich würden sie erst kostenlos Erdbeeren probieren und dann auch bei dem Händler kaufen. Sie würden aber nicht bei dem einen probieren, den Laden verlassen und dann beim anderen kaufen. Genauso ist es auch, wenn sie einen Splittest mit zwei Seiten achen und daraus folgern, dass die eine besser konvertiert.

Mit Leuten zu gründen, die a) keine Berufs- oder Gründererfahrung haben und b) sich nicht weiterentwickeln, ist absolut nicht empfehlenswert. Wenn es aber dennoch nicht anders geht, empfehle ich Co-Founder in Form einer virtuellen Mitarbeiterbeteiligung in das Unternehmen einzubinden.

Alles andere ist nur ein Klotz am Bein!

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