Gründertypen: Von Schönwetter zum Arbeitstier

Als Gründer trifft man auf so manche Gründertypen. Jeder von ihnen glaubt, der geborene Gründer zu sein.

Ich war vor einigen Jahren auf der Echtzeit Köln. Das ist eine Veranstaltung von „Deutsche Startups“ für deutsche Start-Ups. Die Begriffe CEO, CFO & Co. flogen nur so durch den Raum. Wo ich mich als Gründer der CoboCards GmbH vorstellte, war dort noch so am Anfang seines Vorhabens stehender, schon der CEO von irgendwas.

Nicht jeder hat das Zeug ein guter CEO zu sein. Die wenigsten sind als solcher geboren oder haben es durch die Eltern schon die Wiege gelegt bekommen. Man kann aber zu einem richtig guten werden. Dabei hängt es ein wenig auch vom Typ ab. Im Folgenden werde ich drei Gründertypen vorstellen und sie auf ihre Eignung hin bewerten.

Der Schönwetter-Gründer

Den Begriff Schönwetter-Gründer habe ich aus dem Fußball abgeleitet. Als Schönwetter-Fußballer wird die Sorte Fußballer bezeichnet, der eine Konstanz in seiner Leistung vermissen lässt und der irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn hin und her pendelt.

Mesut Özil ist z.B. so ein Schönwetter-Fußballer. Es gibt Tage, in denen er genial spielt. An anderen Tagen wiederum ist er ein Schatten seiner selbst. Diese Typen sind i.d.R. sehr emotional. Ihre Performance ist stark von ihrer Gemütslage abhängig.

Genauso ist es auch mit den Schönwetter-Gründern. Auch bei ihnen vermisst man eine Konstanz in der Arbeit, in den Gedanken, in ihren Plänen. Es wird vielmehr in den Tag hineingelebt. Ihre Aufmerksamkeit und ihre Konzentrationsfähigkeit ist schnell weg bzw. sie begeistern sich schnell für etwas, um es später dann wieder zu vergessen.

Der Lebemann

Zu der zweiten Gruppe der Gründertypen gehört der Lebemann. Er ist eigentlich zum Gründer geworden, nicht weil ihn die Existenzgründung motiviert. Das vielleicht auch, aber vielmehr ist es die Tatsache, dass er nicht unter einem Chef arbeiten kann. Er möchte frei sein, das tun und lassen, was er gerade möchte.

Der Gründertyp Lebemann zwingt sich ungern zu etwas. Er braucht vielmehr Freiheiten und lässt die unspektakulären Aufgaben gerne andere erledigen. Er glaubt, ein guter CEO zu sein. Dabei ist er vom Typ her eigentlich eher ein Vertriebler, der zwar gut im Verkaufen ist, bei der nötigen Dokumenation jedoch eher schlampig vorgeht. Er hat lieber alles im Kopf.

Solche Typen sind für jeden CEO ein Segen und Grauen zugleich. Sie sorgen für (viel) Umsatz, machen aber auch genauso viel Arbeit. Dieser Gründertyp braucht in der Regel eine Assistenz, die die lästige Büroarbeit macht.

Das Arbeitstier

Die dritte Gruppe der Gründertypen bilden die Arbeitstiere. Sie haben meist erkannt, dass nur dort Späne fallen, wo auch gearbeitet wird. Diese Gründer sind sich für nichts zu schade. Sie arbeiten wenn es sein muss 16 Stunden am Tag und packen überall dort an, wo Arbeit anfällt.

Dieser Gründertyp muss – wie die anderen beiden – auch in der Regel nicht extrinsich motiviert werden. Er motiviert sich selbst. Es macht ihm Spaß, Entscheidungen zu treffen und den Erfolg dieser Entscheidungen gleich zu sehen. Dies motiviert ihn, weiterzumachen.

Dieser Gründertyp ist meist auch ein guter Kalkulator. Er plant seine Schritte im Voraus. Natürlich ist er nicht ganz fehlerfrei. Es gibt Gründer in dieser Gruppe, die z.T. leicht aufbrausend, ja fast cholerisch werden können. Auch neigen sie mehr zu einem autoritären Führungsstil, denn einem kumpelhaften Stil. Herumgealbert werden darf schon, jedoch nicht unnötig und vor allem stundenlang.

Fazit

Die Gründer, die ich zur dritten Kategorie eingeordnet habe, sind auch meist die erfolgreichen gewesen. Sie können auch als einzige sich „CEO“ nennen. Natürlich bedeutet das nicht, dass aus den anderen Gründertypen keine CEOs werden können. Aber auch nicht, dass sie es können. Nicht jeder muss unbedingt ein Unternehmer sein. Man sollte sich nicht zu etwas zwingen, wofür man nicht die Skills mitbringt.

Wer nicht weiß, ob er ein Gründer ist, der kann beispielsweise bei den Industrie- und Handelskammern einen Test ablegen. Die sagen einem, ob und zu welcher Sorte Gründer man gehört.

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