Investieren in der Türkei: Jetzt geht's richtig los

Ich hatte bereits darüber geschrieben, dass ich kürzlich angefangen habe, in der Türkei zu investieren. Die ersten zwei Projekte waren dabei eher Projekte mit kleineren Gesamtinvestment-Volumina. Bei dem einen ging es um ein Fahrzeug-Projekt, beim zweiten um ein Ackerland/Grundstück. In beiden Projekten konnten wir in relativer kurzer Zeit gute Renditen erzielen.

Nun soll es aber ein größerer Fond aufgesetzt, in etwas langfristigeres und auf dem Papier risikoreicheres investiert werden.

Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

In Deutschland ist das Thema Arbeitssicherheit nichts Neues. Hierzulande muss jeder Taxiunternehmer seine Mitarbeiter hinsichtlich Sicherheit aufklären. Tut er es nicht, könnten bei entsprechenden Ermittlungen Geldstrafen folgen.

In der Türkei gab es bislang keine Regelungen diesbezüglich. Bislang. Denn seit Anfang des Jahres schreiben Gesetze nun ähnliche Regelungen selbst für kleine Unternehmen vor. Jeder Arbeitgeber hat in regelmäßigen Abständen seine Mitarbeiter hinsichtlich Arbeitssicherheit zu unterweisen.

Potenzial für spezialisierte Unternehmen

Es ergibt sich durch die neue Gesetzeslage ein enomes Potenzial für Start-Ups, die sich in dem Bereich betätigen wollen. Solch ein Vorhaben ist recht kapitalintensiv zu Beginn. Denn man benötigt mindestens einen Arzt, ein paar Assistenten, einen Experten für Arbeitssicherheit und Vertriebsmitarbeiter. Der Gehälter, Reise- und Vertriebskosten müssen gedeckt werden. Ca. 200.000 TL in den ersten sechs Monaten. Eine Investition, die sich nach Spezialisten, die bereits in diesem Bereich tätig sind, sich in 3-6 Monaten amortisiert.

Das Investment

Es wurde von uns ein Fond in eben jener Summe aufgesetzt. Die Investition wird jedoch nicht in ein komplett neues Unternehmen gesteckt, sondern in einen Zwei einer Aktiengesellschaft. Das Unternehmen selbst ist in der Baubranche tätig und extrem auf liquide Mittel angewiesen. Daher steckt es nicht selbst die 200.000 TL in das Vorhaben. Ökonomisch nicht ganz nachvollziehbar, aber gut.

Es wurde also das Tochterunternehmen wie folgt gegründet:

  1. Gründer 1 (25%)
  2. Gründer 2 (25%)
  3. Gründer 3 Experte für Arbeitssicherheit (25%)
  4. Unser Fond (25%)

Die 200.000 TL werden dem Unternehmen als zinsloses Darlehen in sechs gleichen Teilen monatlich für sechs Monate geliehen. Am Ende der sechs Monate sind die 200.000 wieder komplett zurückzuzahlen. Die 25% bleiben als Anteile weiterhin bestehen.

Aufgabenverteilung

Einer der Gründer ist unserem Fondmanager bekannt. Er hält viel von ihm. Wie ich immer sage, sollte man nur im Ausland investieren, wenn man die entsprechenden Leute kennt. Er und der zweite Gründer sind für Akquise zuständig. Dabei wird sich vornehmlich auf große Unternehmen konzentriert, zu denen man ohnehin persönliche Kontakte pflegt.

Der dritte im Bund ist ein Experte in Sachen Arbeitssicherheit, der bereits in anderen Regionen der Türkei ähnlich aktiv ist. Laut seinen Einschätzungen könnte sich die Investition bereits in drei Monaten amortisieren. Wir geben ihr sechs.

Die Finanzen des Unternehmens bewacht unser Fondmanager. Das ist beruhigend. Wir geben nicht nur das Geld, wir überwachen auch deren Fluss. So wird das Risiko ein wenig eingedämmt.

Risiken und Ausblick

Natürlich birgt auch diese Investition wie jede andere in ein Start-Up Risiken. Es könnte natürlich sein, dass alles schief geht. Die Schuld in Höhe von 150.000 TL (abzüglich unserer 25%) bestünde immer noch. Aber das Risiko ist überschaubar.

Unserem Fondmanager zufolge könnte man mit diesem Projekt monatlich bis zu 400.000 TL verdienen. Und das über einen Zeitraum von ca. fünf Jahren. Dann sind wohl ähnliche Unternehmen wie Pilze aus dem Boden geschossen, so dass es sich lohnt, sich in anderen Bereichen umzuschauen.

Ich bin gespannt und halte weiterhin auf dem Laufenden…

10 Kommentare

  1. Das ist kein Investment, das ist ein Kredit ohne Zinsen. Statt Zinsen gibt es die Prozente.
    Es ist ein Darlehen, kein Investment. Das ist wichtig zu trennen, weil diese Dinge unterschiedlich sind.

    1. Das stimmt nicht ganz. Denn nach der Rückzahlung des Darlehens, bleibt immer noch ein Anteil von 25% an dem Unternehmen.

      Siehe auch Mezzazine Kapital –> Mischform aus Eigen- und Fremdkapital.

      Wie ich sagte: In der Türkei ist alles etwas flexibler. Ob das positiv oder negativ ist, wird sich zeigen. Derzeit empfinde ich es eher als positiv.

  2. Ich beziehe mich auf den Titel, im Text steht es ja mit dem Darlehen. Die Frage ist, ob ein Darlehen ein Investment ist? Was sagt der BWL’er dazu 🙂 ? Also wie ist es definiert?

    1. Es gibt zwei Formen:
      1. Eigenkapital
      2. Fremdkapital

      Wenn du ein Darlehen einräust, mit dem Zweck, dass es dir irgendwann zurückgezahlt wird (plus Zinsen), dann handelt es sich um Fremdkapital. Dieses wird noch vor Eigenkapitalrenditen bedient, d.h. wenn ein Gewinn von 100 € erwirtschaft wurde und das Unternehmen hat Darlehensschulden von 200 €, dann gehen die Anteilseigner leer aus.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.