Jahresabschluss – die wichtigsten Fakten im Überblick

Den rechnerischen Abschluss des kaufmännischen Geschäftsjahres bildet der Jahresabschluss: Er legt Gewinne und Verluste offen und macht so die finanzielle Situation einer Gesellschaft deutlich. Einfache Kniffe helfen dabei, das steuerliche Ergebnis zu optimieren und die Last der Abgaben zu reduzieren. Das Einreichen der Bilanz in Papierform ist künftig jedoch nur noch in Ausnahmefällen möglich.

Die Pflicht zur Erstellung des Jahresabschlusses

Gemäß der §§ 242 ff. des Handesgesetzbuches (HGB) sind alle Kaufleute zur ordentlichen Buchführung und damit zur Erstellung eines Jahresabschlusses verpflichtet. Eine Befreiung von dieser Pflicht sieht das Gesetz jedoch für jene Gewerbetreibende vor, die bestimmte Grenzen nicht überschreiten: Liegt der Umsatzerlös an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen unter 500.000 Euro und der Gewinn unter 50.000 Euro, genügt die Abgabe einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Diese Vereinfachung gilt auch für Freiberufler.

Die für den Jahresabschluss geltenden Fristen sind verschieden und hängen mit der Größe des Unternehmens zusammen. Während kleine Kapitalgesellschaften sechs Monate Zeit haben, müssen mittelgroße und große Kapitalgesellschaften schon binnen der ersten drei Monate des neuen Geschäftsjahres reagieren (§ 264 HGB). Nicht-Kapitalgesellschaften hingegen wird im Sinne des § 243 HGB ein Zeitraum von bis zu zwölf Monaten bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses eingeräumt.

Auch der Umfang des Jahresabschlusses richtet sich nach der Größe der Gesellschaft. Die Rechtsform spielt ebenfalls eine Rolle. Bei Personenhandelsgesellschaften und Einzelunternehmen reicht die Abgabe von Bilanz und Gewinn-und-Verlustrechnung aus. Um einen Anhang und einen Lagebericht erweitert sich der Jahresabschluss hingegen bei Kapitalgesellschaften und Genossenschaften. Kleine Kapitalgesellschaften wiederum haben ein Wahlrecht und können sich gegen die Erstellung eines Lageberichts entscheiden.

Die Pflicht zur Offenlegung

Personenhandelsgesellschaften ohne natürliche Personen als haftenden Gesellschaftern – wie etwa die GmbH & Co. KG – und Kapitalgesellschaften sind gemäß § 325 HGB zur Offenlegung verpflichtet. Demnach müssen sie ihren Jahresabschluss innerhalb von zwölf Monaten nach dem Stichtag im Elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichen. Diese Frist sollte nach Möglichkeit eingehalten werden: Im Falle einer Verspätung droht ein Ordnungsgeldverfahren. Während kleine Gesellschaften mit einem Ordnungsgeld in Höhe von wenigstens 1.000 Euro rechnen müssen, liegt das Mindestordnungsgeld für Kleinstgesellschaften bei 5.00 Euro.

Steuerliche Optimierung des Jahresabschlusses

Durch eine gezielte Bilanzpolitik kann das Jahresergebnis ganz einfach optimiert werden. So empfiehlt es sich in erfolgreichen Geschäftsjahren beispielsweise, ohnehin fällige Investitionen noch im alten Geschäftsjahr zu tätigen: Dies wirkt sich mindernd auf den Gewinn aus und reduziert die Abgaben. Den gleichen Effekt hat die Begleichung von offenen Rechnungen. Bei längerfristigen Investitionen kann sich vor diesem Hintergrund auch die Vereinbarung von Teilzahlungen lohnen. Einnahmen wiederum erhöhen den Gewinn und damit die Steuerlast. Hier kann es sich lohnen, die Kunden zu kontaktieren und einen späteren Zahlungszeitpunkt auszumachen. In jedem Fall aber gilt die Regel: Keine Buchung ohne Beleg! Ist die strikte Befolgung des Grundsatzes und damit ein Nachweis des Geschäftsvorfalles nicht möglich, muss im Notfall ein Eigenbeleg erstellt werden. Dies gilt sowohl für fehlende Rechnungen und Abrechnungen als auch für Stornierungen, Umbuchungen und Ausbuchungen.

Weitere Informationen zum Thema sind zum Beispiel im E-Book von Lexware zu finden.

© Gina Sanders – Fotolia.com

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