Macht Google Linkseller-Plattformen den Garaus?

2012 hatten Linkseller-Plattformen eine Hochkonjunktur. Damals ist ein Marktplatz nach dem anderen auf den Markt eingetreten. Der Platzhirsch war sicherlich teliad, der sich im vergangen Jahr in SeedingUp umgetauft hat. Nach und nach versuchten Plattformen wie rankseller, Ranksider, LinkLift, EverLinks, DomainBoosting oder 12reach ein Stück vom Kuchen abzubekommen.

Der erfolgreichste unter diesen war sicherlich rankseller. Den Marktplätzen scheint jedoch ein wenig die Luft auszugehen. Insbesondere nachdem Google verstärkt gegen Publisher hierzulande vorgeht und Seiten ohne Warnung abstraft. Die Abstrafung wird erst behoben, wenn die Seitenbetreiber die gekauften Links wieder entfernen.

Nichtsdestotrotz schienen obige Plattformen von Google völlig unbeachtet zu bleiben. Obwohl einige von ihnen kein Blatt vor den Mund namen und offen kommunizierten, womit sie eigentlich Geld verdienen.

Auf der Startseite von DomainBoosting heißt es beispielsweise:

Nutze DomainBoosting.com und platziere zielgenau Beiträge über Dein Web-Projekt auf hochwertigen Blogs und Webseiten. Erhalte so mehr Links, bessere Rankings und steigenden Traffic für Deine Domain. Wir bringen die richtigen Blogs zu Dir – Du musst nur noch zugreifen.

Noch offensichtlicher kann man es nicht mehr formulieren? Doch! Noch unmissverständlicher formulierte es EverLinks:

Plattform zum Kaufen von Links, Plattform zum Verkaufen von Links

Wenn Google gegen Links verkaufende Webseitenbetreiber vorgeht, dann müsste es konsequenterweise auch gegen diese Plattformen vorgehen. Lange Zeit passierte jedoch diesbezüglich nichts.

Wer aktuell die Startseite von EverLinks aufsucht, wird auf die Login-Seite weitergeleitet.

Everlinks

Die Vermutung liegt hier nahe, dass Google auf die Webseite aufmerksam geworden ist und offenbar aktiv geworden ist. Denn bis vor einigen Wochen war beim Aufruf der Seite noch die normale Startseite zu sehen.

Eine andere Vermutung ist, dass das hauptsächlich in Deutschland tätige, jedoch in Zypern sitzende Unternehmen Ärger mit den Finanzbehörden bekommen hat. Wie wir wissen, sehen es Finanzbeamte gar nicht gern, wenn man seinen Unternehmenssitz ins Ausland verlegt, nur um keine Steuern zu zahlen.

Bezüglich der Finanzbehörden dürften die Konkurrenten des Portals wohl nichts befürchten. Jedoch bleibt da noch Google, der anscheinend Linkseller nun im Auge hat. Googles scharfes Vorgehen gefährdet die Existenz dieser Plattformen, so dass diese sich neu orientieren müssen. Im Fall rankseller ist das schon vor einiger Zeit passiert. Die Gründer haben den Trend erkannt und sich auf andere Formen des Marketings wie dem Native Advertising gewandt.

Aber auch dieser Markt ist nach meiner Meinung ein dickes Fragezeichen und muss genau beobachtet werden. Insbesondere muss der amerikanische Markt im Auge behalten werden und auf Tendenzen schnell reagiert werden.

3 Kommentare

  1. Zu erwähnen ist aber, das Everlink seine Beendigung der Geschäftstätigkeit mitgeteilt hat und alle Beträge, auch unterhalb der Auszahlungsgrenze, ausgezahlt hat. Also ein offener und fairer Rückzug. Der Grund würde aber nicht genannt.

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