E-Learning im Trend: Nachhilfe im Netz finden

Bereits 2009 hatte ich den Markt für E-Learning im Blick. Damals nahm ich unter anderem an Venture Capital Veranstaltungen für ein eigenes E-Learning Projekt teil, um eine Finanzierung zu erzielen. Auch Verlage wurden damals angesprochen.

Das Thema E-Learning war für Venture Capital Unternehmen damals jedoch nicht so attraktiv. Zu gering werden die Erfolgsaussichten und die Umsatzerwartungen eingeschätzt. An dieser Einstellung hat sich meines Erachtens bisher nichts geändert.

Der jährlich herausgegebene MMB Trendmonitor sagt aber, dass gerade Experten im Mobile Learning den Trend der Zukunft sehen. Vielleicht war der Bericht ein Grund dafür, dass die wenig innovativen Verlage aus dem Bildungsbereich langsam umdenken.

 

Ein Beispiel ist die Kooperation des renommierten Klett Verlags mit dem Unternehmen Nachsitzen24 aus der Schweiz. Gemeinsam betreiben die Unternehmen das Portal nachhilfeportal.de. Ein „Marktplatz“ auf dem sich Nachhilfe suchende Eltern und SchülerInnen auf (Nachhilfe-)Lehrer treffen. Hier erfahren sie mehr.

Gegründet wurde das Portal von den vier Gründern Alan Frei, Marco Urech, Lucas Peter und Davit Klett (s. unten)

Die vier Gründer sind nicht die ersten, die mit einem Nachhilfeportal im Internet ein Business aufbauen wollen. Doch sind sie wahrscheinlich eine der wenigen, die damit auch Erfolg haben werden. Der Grund liegt daran, dass das Unternehmen gleich mit einem Verlag an der Seite ein bereits in der Schweiz bestehendes System in Deutschland umgesetzt hat. Das ist entscheidend; denn der Verlag hat den Content, der Kooperationspartner die Technologie.

Jetzt wird sich der eine oder andere fragen, was denn so innovativ an einer Nachhilfevermittlung ist? Die reine Vermittlung ist sicherlich nicht so spannend: Eltern suchen einen Nachhilfelehrer in ihrer Gegend aus, können dessen Leistungen online buchen/bewerten und haben einen Überblick über den Lernfortschritt des Kindes. Denn der Nachhilfelehrer wird gebeten, die Fortschritte des Schülers zu protokollieren. Hierfür schließen die Eltern laut Geschäftsführer Alan Frei ein 2-wöchiges, 2-monatiges oder 12-monatiges Abonnement ab.

Das Geschäftsmodell mit dem Abonnement halte ich nicht so prickelnd. Erstens, weil Menschen bei dem Wort „Abo“ immer ein wenig zurückschrecken und zweitens, weil neben den Kosten für die Nachhilfe auch den Dienst bezahlen müssen.

Hier kommt der Verlag ins Spiel. Für Lernfortschrittsprotokolle und ein wenig Organisation drumherum sind die wenigsten wohl bereit, zu zahlen. Für Lerninhalte wie Übungen, Zusatzaufgaben, die sich z.T. an den Klett-Büchern orientieren und die in Form von Blended Learning (also Präsenz- und virtuelles Lernen kombiniert) stattfinden, eventuell schon.

Die Unternehmer werden als Online-Gründer Erfolg haben sofern sie den Verlag mitziehen und zur kontinuierlichen Zusammenarbeit „zwingen“. Dies ist jedoch im innovationsarmen Verlagswesen eine recht schwierige Aufgabe.

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