narando liest und der Erfinder spricht – Und zwar mit mir

Auch wenn einige es nicht wahrhaben wollen. Im Netz wird mehr gescannt und überflogen als gelesen. Der Grund hierfür ist die mangelnde Zeit.

Die Zeit eines Nutzers ist ein Gut, um das alle Gründer im Netz konkurrieren. Somit ist z.B. auch Facebook einer Eurer Konkurrenten. Zumindest im weitesten Sinne. Entweder verbringt er seine Zeit bei Euch oder auf Facebook.

Wie gut, dass es Dienste gibt, die nicht Zeit in Anspruch nehmen und dennoch ziemlich gut sind. Das Tool narando mit seinen Apps für Android und IOS ist z.B. so eins. Die Vorleser hinter narando lesen einem Artikel aus bekannten Gründermagazinen vor, für die man normalerweise keine Zeit hat. So kann man sich bequem auf der Autofahrt die geistigen Ergüsse von Gründerszene, t3n oder Impulse vorlesen lassen.

Interview mit Gründer Philip Kleimeyer

Ich habe am letzten Donnerstag mit einem der Gründer, Philip Kleimeyer, gesprochen und ihm einige Fragen zum Unternehmen und zur App gestellt.

Was mich besonders interessierte war, wer wie entscheidet, was vorgelesen wird. Schließlich sind hier drei Parteien involviert:

  1. Die Verlage
  2. Das Unternehmen
  3. Die Vorleser

Philip Kleimeyer erzählte mir, dass Vereinbarungen mit den Verlagen getroffen werden und dann die Gründer die Auswahl treffen und den Vorlesern vorgeben.

narandoDerzeit befindet sich das Unternehmen in der Gründungsphase. Es soll wohl eine GmbH werden. Geld verdienen will der junge Gründer und sein Kollege Christian Brandhorst durch Verträge mit Verlagen, die ihren Lesern so eine weitere Möglichkeit des Artikelkonsums bieten.

Im Moment beschränken sich die Artikel auf narando auf Start-Ups, Online-Marketing, Netzwelt und Technik. Potenzial sehe ich insbesondere im Bereich der Senioren und Menschen mit Behinderung, die aufgrund ihrer Situation eher hören als lesen. Entsprechende Erweiterung der Themengebiete sind geplant.

Ich fragte außerdem, ob geplant sei, die eigens entwickelten Apps auch in einer Whitelabe-Lösung anzubieten. Daran denken die Gründer derzeit nicht, wohl jedoch an die Freigabe des SDKs, so dass Entwickler den Player selbst in Apps integrieren können.

Vorschläge & Wünsche

Am Ende fragte ich höflich nach, ob der Gründer an Verbesserungsvorschlägen interessiert sei. Diesen stand er – wie es sein sollte – offen gegenüber.

Ich wünschte mir eine Verbesserung der Usability in der Web-App, bei der ca. 50% des Bildschirms fixiert sind, so dass eine Artikelbox bei mir nicht komplett angezeigt wird.

Außerdem wünschte ich mir eine symmetrische Anordnung der Boxen. Menschen mögen Symmetrien. Daher sollten die Artikelboxen auf gleicher Höhe angeordnet werden. Das erleichter auch das schnelle Überfliegen der Titel.

Zum Schluss wünschte ich mir noch etwas von den Vorlesern, die immer besser werden. Fremdwörter, englische Begriffe, Namen oder Unternehmensnamen sollten doch vielleicht buchstabiert werden. Nicht jedem muss zwangsläufig klar sein, dass Air Bee & Be eigentlich AirBnB ist.

Fazit

Die App narando wird wohl zu einem meiner Lieblingsapps auf dem Smartphone. Den halben morgen habe ich damit verbracht, online Artikeltitel zu lesen und diese auf meine Hörerliste zu setzen.

Dem aktuell gebootstrappten (eigenfinanzierten) Gründern wünsche ich alles Gute für die Zukunft und recht bald einen guten Investor.

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