Risiken beim E-Mail Marketing

In meinen Beiträgen zuvor habe ich immer wieder darüber berichtet, dass ich das E-Mail Marketing immer noch für das stärkste Instrument im Online-Marketing halte. Das ist auch weiterhin der Fall. Egal ob SEO, SEM oder Social Media, an E-Mail Marketing kommt wohl keiner dieser Marketingformen hinsichtlich der Kundengewinnung heran.

Deshalb werden Ihnen einige Menschen immer wieder sagen, dass Sie sich im E-Mail Marketing engagieren sollten und nebenbei auch auch ihre Software dafür empfehlen. Da läuft eine ganze Maschinerie dahinter. Nur so viel verraten: Seien Sie vorsichtig, wenn in dem Zusammenhang das Wort „Power“ fällt.

E-Mail Marketing birgt auch Risiken

Mit E-Mails kann man Kunden gewinnen. Es heißt, dass man im Schnitt 7x jemanden angeschrieben haben muss, bis dieser sich zum Kauf entscheidet. In der Regel versuchen professionelle Marketer nicht gleich etwas zu verkaufen, sondern erst einmal zu informieren. Ohne Verkaufsabsicht.

Diejenigen, die es tun, werden oft als Spammer bewertet. Und das kann dann zu schweren Folgen führen, wie das nachstehende Beispiel verdeutlicht.

Als Gründer vor Risiken schützen

Gründen bedeutet auch immer ein stückweit mehr Risiko auf sich nehmen. Gründer versuchen diesem Risiko entgegenzuwirken, indem sie sich absichern. Zum Beispiel mit der Wahl der Rechtsform. Die GmbH beispielsweise schützt das Privatvermögen vor einer eventuellen Haftung.

Der Fall SuperComm

LegaDer vor einigen Jahren stattgefundene Streit zwischen dem Unternehmen SuperComm und einer Privatperson war wohl der Supergau für den Unternehmer Sven Nobereit.

Ein Empfänger der Werbemails der SuperComm mahnte diese erst ab, die „Spammails“ zu unterlassen. Laut Nobereit wurde daraufhin die E-Mail des Empfängers aus dem System gelöscht.

Einen Fehler hat das Unternehmen dahingehend gemacht, dass es eine Unterlassungserklärung unterschrieben hat. Meine Empfehlung als Gründer: Tun Sie das NIEMALS! Sie müssen nur bei einem bösartigen Menschen landen, der die gelöschte Mailadresse erneut reinstellt und Sie haben Ihren persönlichen Supergau, wenn dann eine erneute Mailversendung erfolgt.

Laut Aussagen von Nobereit soll der Empfänger – ein gewisser Herr Maier – dies anscheinend auch auf anderen Portalen tun. Ein Horrorszenario für all diejenigen, die im Bereich Marketing arbeiten.

Das Urteil im Fall SuperComm

Das Unternehmen konnte nicht beweisen, dass es keine Spammails verschickt. Da nutzte auch ein Double-Optin-Verfahren nichts, bei dem E-Mail Empfänger noch einmal per Klick auf einen Link in einer Mail bestätigen müssen, dass sie die E-Mails empfangen wollen.

Die Firma wurde 2010 vom Amtgericht Bonn schuldig gesprochen und zur Zahlung einer Vertragsstrafe verdonnert. Recht haben oder sich im Recht glauben und Recht bekommen sind selbst in Deutschland zwei Paar Schuhe.

Fazit

Lassen Sie sich von überzeugend daherkommenden Vertrieblern nicht zu etwas verleiten, wovon Sie nichts verstehen. Überlassen Sie das E-Mail Marketing Profis. Reagieren Sie umgehend auf Austragungswünsche und weisen Sie nicht darauf hin, dass man sich ja selbst abmelden könne.

Unterschreiben Sie nie Unterlassungeserklärungen und vermeiden Sie Rechtsstreitigkeiten. Denn vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.

3 Kommentare

  1. Beschrieben ist das Risiko, dass man Personen schon mit regelmäßigen Mails vergrault, die sich eigentlich erst informieren wollen.

    Dann hat man schlichtweg vorher nicht richtig recherchiert oder die Personen „falsch eingesammelt“, denn durch die verwendeten Worte bspw. bei Adwords Anzeigen oder auf Landingpages und und und kann ich durchaus steuern, ob sich ein Interessent „nur mal so“ informieren will oder ob er in seiner eigenen Entwicklung hin zum Kauf schon weiter fortgeschritten ist. Wer sich Preisvergleiche bspw. ansieht, der ist näher in der „Customer Journey“ am Kaufgeschehen, als ein Leser irgendeiner Testseite oder ähnlichen Seiten … darauf ist zu achten. Je nach dem, wo ich also meine Interessenten targetiert her zu meinen Seiten und zum Newsletter etc. einsammle, muss ich auch dann im Newsletter mit meinem „Verkaufsgespräch“ fortfahren, damit ich nicht überrumple.

    Schlichtweg ist es einfach nach vielen Jahren eigener Erfahrung so, dass man zwar auch ohne eigene Liste und Newsletter online Geschäfte machen kann, das dazu aber aufgesetzte und professionell betriebene E-Mail-Marketing aber immer einen enormen Boost darstellt oder gar ein vorheriges Business online erst in die lukrative Ebene hebt.

    Michael Marheine

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