Rocket Internet Promo sorgt für Würganfälle

Ich hatte kürzlich geschrieben, dass ich auf dem GründerTAG in Aachen war. Dort hörte ich mir zwei Vorträge an. Der erste war von KPMG. Das Thema: Virtuelle Mitarbeiterbeteiligungen. Ein recht guter Vortrag.

Der zweite war von Rocket Internet. Nicht jedoch – wie angekündigt – von dem Geschäftsführer des nicht gerade beliebten Inkubators, sondern von einem aus der Presseabteilung. Dieser konnte jedoch mit seiner Art und seinem Vortrag nicht ganz so überzeugen. Zumindest nicht einen wie mich, der die Gründerszene ein wenig kennt.

Rocket Internet ist nicht beliebt

Der Pressemann hat anscheinend einige dieser Vorträge gehalten und auch entsprechendes Feedback zum Unternehmen durch das Publikum erhalten. Also ging er gleich auf Angriff und teilte schon in den ersten Sätzen mit, dass Rocket Internet doch ein schlechtes Image habe und Vorwürfen des „Kopierens“ ausgesetzt sei.

Nun, „Vorwürfe“ ist ein wenig milde ausgedrückt. Ist Rocket Internet doch dafür bekannt, dass es selbst keine innovativen Ideen hervorbringt, sondern alles kopiert, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Ein entsprechendes Projekt nennt man übrigens „Copycat“.

Rocket Internet ist erfolgreich

Keine Frage. Rocket ist mit diesem Geschäftsmodell erfolgreich. Schon Ende der 1990er kopierten die Samwer-Brüder (die Namen hinter Rocket) ebay mit dem Portal alando.de, um es dann für viel Geld an ebay zu verkaufen.

Das Vorzeigeprojekt der letzten Jahre ist wohl zalando. Der Rocket-Pressemann wies auch immer wieder darauf hin, dass man doch zalando erfolgreich zum Exit gebracht hat. Das Erfolgsgeheimnis dahinter ist wohl ein großes Marketingbudget gewesen. Die Devise: Schnell wachsen, schnell verkaufen.

Das Modell geht nicht immer auf

Das Geschäftsmodell schnell etwas zu kopieren und zum Laufen bringen, funktioniert jedoch bei Rocket nicht immer. So versucht man gerade auf dem russischen Markt Fuß zu fassen, was sich deutlich problematischer darstellt. Da Schuhlieferungen dort öfter nicht ankommen, war Rocket gezwungen, in einigen Städten einen eigenen Lieferdienst einzurichten.

Auch der Versuch, sich im Nahen Osten und vor allem in der Türkei einen Namen zu machen scheiterte. Rocket musste sich komplett aus dem Markt zurückziehen.

Fazit

Die Absicht von Rocket war es mit Sicherheit, mit derartige Promo-Vorträgen (was laut Pressemann keins werden sollte, aber dennoch wurde), für ein positiveres Image des Unternehmens in der Gründerszene zu sorgen. Vielleicht ist das auch bei den unerfahrenen Studenten gelungen. Aber spätestens wenn auch ihr erfolgreiches Projekt von Rocket kopiert wurde, wird sich auch deren Meinung ändern.

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