Schnellschuss-Marketing durch Gründer bringt nichts – Ein Beispiel

Vor etwas mehr als einem Monat habe ich einen jungen Gründer im Netz kennengelernt. Er machte einen sympathischen Eindruck, so dass ich mich mit ihm vernetzte.

Sie besitzen eine App, die es kostenpflichtig in den App Stores von Apple und Google zu kaufen gibt. Anfangs dachte ich: „Hmm… mit einer App, die einige Euros kostet, kann man kein erfolgreiches Business betreiben“. Später erfuhr ich, dass die App beschränkt werden sollte. Und zwar so, dass es Sinn für intensive Nutzer machte, monatlich einen Betrag X abzudrücken.

Ich unterhielt mich mit einem der Gründer und fragte, was sie derzeit eigentlich am dringendsten brauchten. Er teilt mit, dass es zwar nicht all zu dringlich sei, aber das mit mehr Kapital das Vorhaben gepusht werden könnte.

Ich verwies ihn auf Crowdfunding, da ich das Projekt noch für zu jung für Venture Capital erachtete. Ich wollte dem jungen Kerl gerne auch ein wenig von meiner Erfahrung weitergeben. Dezent, wie gewöhnlich.

Ich verwies ihn auch auf die Seite indiegogo.com, auf der man Geld vom Schwarm einsammeln konnte, ohne dafür gleich Anteile abdrücken zu müssen. Stattdessen gab man ihnen Perks, also eine Art Geschenk. Das kann ein T-Shirt sein, ein Abendessen oder aber auch den Prototypen des herzustellenden Produkts.

Kaum gesagt, stand auch schon die Kampagne des Gründers. Ich muss zugeben, ich war positiv überrascht. Er war schnell. Ich mag Menschen, die nicht lange diskutieren, sondern machen.

Ich merkte aber auch, dass der Kollege sich seiner Sache zu sicher war. Meine Ratschläge wie „das muss gut geplant und ständig beworben werden“ oder „du musst erst einmal Freunde überzeugen, die ersten Perks zu erwerben“ wurden mit dem Hinweis: „Ich werde einfach unsere x-Tausend Abonnenten anschreiben und dann wird das schon“.

Ergebnis: Die Kampagne ist mittlerweile einen Monat alt. Bisher wurde noch kein einziger Euro schwarmfinanziert. Zwar läuft die Kampagne noch einen weiteren Monat. Ich bwzweifle jedoch, dass dabei mehr herumkommt.

Fazit

Natürlich könnte man auch andere Ursachen hierfür finden: Mangelnde Informationen darüber, wofür das Geld überhaupt verwendet werden soll, unattraktive Perks etc.

Ich hingegen glaube, dass solche Marketing- und Fundingaktionen eine Strategie benötigen und vor allem Zeit und Planung. Außerdem empfehle ich jungen Gründern, auf erfahrenere Gründer zu hören. So wie ich das auch noch tue.

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