Unternehmenführung: Der gute und der boese Cop

Wenn Menschen sich dazu entschließen, online zu gründen, dann tun sie das in den seltesten Fällen alleine. Ich sage immer, dass für den Anfang drei Gründer mit unterschiedlichen Kompetenzen für eine Online-Gründung ausreichend sind: Ein Designer, ein Informatiker und ein Betriebswirt. Sie decken alle Kompetenzen ab. Später können weitere Führungskräfte je nach Entwicklung des Unternehmens hinzukommen.

Genauso haben wir auch Anfang 2009 unser Unternehmen gegründet. Der Designer war für die Konzepterstellung und das Design verantwortlich. Seine geistigen Produkte brachte er zu „Papier“, wobei wir eigentlich papierlos arbeiten. Diese zum Teil exakten Anweisungen setzte der Informatiker dann um, so dass ich (als Betriebswirt) dann die Vermarktung und Verbreitung übernehmen konnte.

Die Unternehmensführung habe ich mir mit dem Designer geteilt. Der Informatiker wollte eher nicht in Management- und Führungsaufgaben involviert werden. Dabei stellte sich nicht nur durch diverse Gründereignungstests heraus, dass wir beiden zwei unterschiedliche Arten des Führungsverständnisses hatten. Soweit ich mich erinnere, wurde ihm ein lockerer, kumpelhafter Führungsstil bescheiningt, wogegen mir eher ein zielorientierter, kalkulierender. Ausgedrückt wird dies in einigen Tests auch in Farben: Er gelb und ich blau. Daneben gibt es noch grün (sozial) und rot (cholerisch).

Man dürfte meinen, dass es unter den Umständen eher schwierig ist, ein Unternehmen zu führen. In unserem konkreten Fall war es jedoch nicht so. Im Gegenteil, es war sogar hilfreich. Dann, wenn wir beispielsweise bei Verhandlungen waren und den „guter Cop – böser Cop“ spielten. Meine z.T. unbeirrbare und kühl nach Zahlen vorgehende Art, konnte er mit seiner ergebnisorientierten Art abmildern. Oder umgekehrt, um dem eigenen Unternehmen nicht ganz zu schaden. Letztendlich zählte der Deal. Verhandlungspartner sind schlau; sie erkennen schnell, wer das schwächere Glied in der Führungsebene ist und versuchen sich auf diesen einzuschießen.

Nun gibt es auch Unternehmer, die mit unterschiedlichen Führungsvisionen nicht so gut fahren. Vor allem dann, wenn sie Mitarbeiter zu führen haben. Der eine genehmigt den Urlaub, der andere wiederum nicht. Auch Mitarbeiter erkennen dies und handeln danach. In der Führungsriege führt dies mitunter zu einer Krise, da ein gemeinsames Führungsverständnis fehlt. Abhilfe bieten da so genannte Seminare zur Führungskräfteentwicklung. Sie helfen, die konzeptionellen, methodischen und kommunikativen Fähigkeiten von Führungskräften zu verbessern.

Bund und Länder bieten Gründern für derartige Schulungen auch entsprechende Fördermittel. Das Gründercoaching des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bietet beispielsweise eine solche Förderung. Aber auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau oder das Land NRW.

Bildquelle: Vladimir Nenov / 123rf.com

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