Unternehmer müssen Problemlöser sein. Immer!

Die meisten Ideen entstehen aus einer Problemstellung heraus. Entweder fehlt ein Produkt/eine Dienstleistung auf dem Markt oder ein bestehendes Produkt oder Dienstleistung reicht nicht mehr aus und muss optimiert werden.

Letzteres war der Fall bei der Gründung unseres Unternehmens. Es gab ähnliche Produkte wie „Sand am Meer“. Doch keines von ihnen wurde den Bedürfnissen einer bestimmten Zielgruppe gerecht. Es bestand also ein Problem, das es galt, zu beheben.

Problemlösung als Dauereigenschaft

Mit der Entwicklung eines neuen Produktes ist es jedoch nicht getan. Ein Unternehmer muss fortlaufend in seiner Zeit als solcher Probleme lösen. Denn es stellen sich einem immer neue in den Weg. Es gibt keine Möglichkeit, das Problem wegzudenken.

Dies gilt im Online- sowie im Offline-Business. Ich möchte ein Beispiel hierfür geben.

Die verschweißte Schraube

2003 arbeitete ich für zwei Wochen in Irland. Damals begleitete ich als Student/junger Absolvent ein Team aus Monteuren bei der Wartung von Rohren in einem Kohlekraftwerk.

Diese gewaltigen Rohre waren an Verbindungsstücken mit Schrauben befestigt, die so groß waren wie mein Unterarm. Die Monteuere entfernten diese, säuberten die Anschlusstellen und verschlossen diese wieder. Ich war als Übersetzer tätig.

An einer Verbindungsstelle fehlte eine Schraube. Die Iren nahmen daher eine kleinere Schraube und verschweißten dieses mit der Umgebung. Die Monteuere mussten mit Bohrmaschinen diese Schraube von innen nach außen mit immer dickeren Bohrmaschinenspitzen aufbohren. Das Ganze hat uns zwei Tage gekostet.

Eine einfachere Lösung bietet die H.G. Ridder Automatisierungs GmbH aus Hamm an. Mit Wasserstrahlschneidern, die selbst Stahl wie dünnes Papier zerschneiden, hätte dieselbe Arbeit wohl in wenigen Minuten erledigt werden können. Vorausgesetzt es gäbe damals mobile Wasserstrahlschneider.

Problemfixiert oder lösungsorientiert?

Wenn man Unternehmer beurteilt oder beispielsweise einen Mitgründer sucht, dann sollte man stets darauf achten, ob er eher problemfixiert oder lösungsorientiert ist. Dass hießt: Hält er sich eher an einem Problem auf, redet (jammert) die ganze Zeit darüber oder beginnt er schon mit Recherchen zur Lösung des Problems.

Mit ersteren Personen kommt nicht weit. Sie halten sich oft mit der Frage: „Wie konnte das passieren auf?“ als sich eher zu fragen, wie das Problem aus der Welt geschafft werden kann.

Selbstverständlich muss ein Problem auch eingehend analysiert und die Ursache herausgefunden werden. Ist dies einmal geschehen, bringt es nicht viel, darüber ewig zu diskutieren. Es muss gelöst werden.

Fazit

Wollt ihr ein Unternehmen gründen oder ein Unternehmer bewerten? Dann schaut darauf, wie er mit Problemsituationen umgeht. Nicht umsonst fragen einige Personaler einem in Vorstellungsgeesprächen, wie man ein Problem XY lösen würde.

Sie wollen dabei weniger die Lösung des Problems in wenigen Minuten genannt bekommen. Sie wollen die Herangehensweise sehen. Ist der Kandidat schnell gefrustet? Bringt ihn diese Situation in Stress? Oder bleibt er kühl und weiß, welche Schritte er anzugehen hat?

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