Videoproduktion: DemoUp vs Visual

Vergangenen Donnerstag bin ich auf das Start-Up DemoUp aufmerksam geworden. Das junge Unternehmen produziert Erklärvideos für Marken und Online-Shops. Ich besuchte deren Seite und klickte gleich auf „Angebot anfordern“.

Am folgenden Tag rief mich auch ein Mitarbeiter des Unternehmens an. Sehr vorbildlich. Ich erklärte ihm, was für ein Video ich mir wünschte, aufgrund der Distanz jedoch bereit wäre, Abstriche hiervon zu machen. Es sollte sich um ein kurzes Video von 1-1,5 Minuten Länge handeln, bei dem ich den Text dazu liefern wollte.

Können Gründer sich erlauben, Aufträge abzulehnen?

Das Problem eines jeden Start-Ups im B2B-Geschäft ist es, Reputation aufzubauen. Hierzu sollte man so viele positive Referenzen aus verschiedenen Branchen sammeln wie möglich.

Am heutigen Montag rief mich dann erneut ein Mitarbeiter von DemoUp an. Ich meine sogar, dass es einer der Gründer war. Auch wieder sehr vorbildlich.

Das was ich zu hören bekam, war jedoch weniger erfreulich. Man teilte mir mit, dass man derartige Videos nicht machen würde und da wäre ja auch noch die räumliche Distanz usw. Klang eher wie eine Ausrede. Zumal ich hinterher warf, dass ich auch ein Produktvideo bräuchte.

Der Gründer blieb konsequent sturr:

Unter 5 Videos lohnt sich das Ganze gar nicht für uns.

Auch mein Einwurf, dass von der Konkurrenz ganz andere Töne zu hören waren, ging völlig an ihm vorbei. Es schien so, als wolle er absagen und dies am besten so schnell und unkompliziert wie möglich rüberbringen.

Die Konkurrenz macht es besser

Am Sonntag las ich einen Eintrag auf Xing: Erklärvideo gesucht? Ich klickte auf den Link und landete bei der Firma Visual. Ebenfalls aus Berlin. Auch hier füllte ich eine Angebotsanfrage aus.

Am Montag Vormittag meldete sich auch dieses Unternehmen bei mir, um nach meinen Vorstellungen zu fragen. Ich äußerte diese und fügte gleich hinzu, dass ich aufgrund der räumlichen Distanz nicht persönlich vorbeikommen könnte und führte ein paar Alternativlösungen an.

Die Grundstimmung, die Herr Forter herüberbrachte war: „Wir komen da schon auf einen gemeinsamen Nenner.“ Diese Vorgehensweise sorgte bei mir gleich für ein positives Gefühl. Klar, hatte ich keine großen finanziellen Budgets. Aber meine Bereitschaft, mit dieser Firma zu arbeiten, war größer. Noch bevor ich die Absage von DemoUp erhielt.

Ich weiß zwar nicht, ob es letztendlich zu einer Beauftragung von Visual kommt, aber die kundenorientierte Einstellung hat mir schon gefallen.

Warum die Unterschiede?

Wie ich in meinem Beitrag über schlechten Kundenservice bereits schrieb, liegt es zunächst an der fehlenden Kundenorientierung. Zum anderen liegt es daran, dass beide Unternehmen einen anderen Ansatz verfolgen.

Während DemoUp eher eine problemorientierte Herangehensweise bevorzugt (räumliche Distanz, Aufwand etc.), verfolgt Visual eher einen lösungsorientierten Ansatz (räumliche Distanz kein Problem, wir kriegen das Kind schon irgendwie geschaukelt).

Der Visual-Mitarbeiter bindet den Kunden mit seiner Art eher an das Unternehmen und gewinnt somit eventuell eine Referenz und weitere Kunden. Alles was DemoUp von dieser Aktion hat, ist ein kritischer Blogbeitrag.

7 Kommentare

  1. Hallo Ali,
    Ich habe mir beide angebote auch grade mal angeschaut und glaube du hast da einfach was verwechselt! Die einen (visual) machen erklärvideos und die anderen (demoup) machen eben keine erklärvideos sondern (so steht es auf der website): skalierbare produktvideos, das klignt für den laien vielleicht erstmal ähnlich hat aber überhaupt nichts damit zu tun was du wolltest.
    ich würde mich ja auch nicht an eine fernsehproduktion wenden für mein hochzeitsvideo!
    GLG
    Marie

    1. Danke Maria. Auch wenn deine Antwort so klingt, als wärst du eine Mitarbeiterin von DemoUp.

      Ich bin an beide Start-Ups mit dem gleichen Wunsch herangetreten. Die Begründung bei der Absage bei DemoUp war zu keinem Zeitpunkt, dass man solche Videos nicht machen würde. Da muss man einfach die Kommunikation verbessern.

  2. Hallo Herr Yildrim,

    entschuldigen Sie biete das Mißverständnis. Wir haben uns auf die Massen-Produktion und Abdeckung gesamter Produktportfolios spezialisiert. Zum Beispiel decken wir für Palmers die Unterwäschekollektion per Video ab. Wir liefern diese Videos dann weltweit in mehrere tausend Onlineshops aus.

    Für Ihre Wünsche sind wir aber sicher die falsche Lösung. Das können andere besser. Deshalb auch unsere Absage, da wir Einzelproduktionen gar nicht anbieten.

    Viele Grüße und danke für das freundliche Telefonat gerade eben,
    Thomas Müller, Gründer DemoUp

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