Schon von der virtuellen Mitarbeiterbeteiligung gehört?

Gestern fand in Aachen der GründerTAG 2013 an der RWTH-Aachen statt. Zwei der Vorträge habe ich mir angehört. Der erste war von einem Dr. Philipp Wüllrich von der KPMG, der zweite von einem Mitarbeiter der Presseabteilung der Rocket Internet GmbH und nicht wie angekündigt bom Geschäftsführer Alexander Kudlich selbst. Über diesen Vortrag schreibe ich in einem der nächsten Artikel.

Letzterer Vortrag hat mir dann auch gereicht, so dass ich die Veranstaltung verließ. Aber nun im Detail.

Echte und virtuelle Mitarbeiterbeteiligung

Foto Referent Beim Vortrag des Dr. Wüllricht (Foto links) ging es um Mitarbeiterbeteiligungsmodelle. Konkret um die Frage, ob Gründer Mitarbeiter mit einer echten oder virtuellen Beteiligung am Unternehmen beteiligen sollten.

Der Unterschied dabei ist, dass die echte Beteiligung – wie der Name besagt – eine echte Beteiligung darstellt. Das heißt, der Mitarbeiter ist Gesellschafter des Unternehmens mit Stimmrecht und den Rechten und Pflichten eines Gesellschafters.

Die virtuelle Beteiligung ist eher ein zusätzlicher Anreiz eines angestellten Mitarbeiters, der am Erfolg des Unternehmens partizipiert, ohne tatsächlich Eigentümer des Unternehmers zu sein.

Laut Dr. Wüllrich bevorzugen 60-70 % der Gründer und der Mitarbeiter die virtuelle Beteiligung, bei der die Beteiligung erst mit dem Eintreten eines Erfolgs (z.B. Exit) in Erscheinung tritt. Der sich aufopfernde Mitarbeiter wird so bei einem Unternehmenserfolg belohnt, die Gesellschafter jedoch nicht direkt finanziell belastet.

Diese hohe Prozentzahl kann ich aus meiner Erfahrung nicht bestätigen, gehe jedoch davon aus, dass viele Gründer keine Alternative bisher zur echten Beteiligung sahen.

Dr. Wüllrich empfahl bei der Entscheidungsfindung auf folgende drei Punkte zu achten:

  1. Welche Beteiligungsform soll es sein (echt/virtuell)?
  2. Wie sind die steuerlichen Aspekte?
  3. Wie sind die bilanziellen Aspekte?

Letztere Fragen kann sicherlich nur in Zusammenarbeit mit einem Steuerberater beantwortet werden. Die Klärung dieser Fragen soll spätere Probleme mit dem Finanzamt verhindern. Dann wenn nach einem Exit beispielsweise Anteile im Nominalwert von 1.000 € abgegeben werden, dass Finanzamt das Unternehmen aber mit 10 Mio. € bewertet und plötzlich Lohnsteuer von einem in Höhe von 9 Mio. € fordert.

Da spielt es auch keine Rolle, dass beim Exit das Unternehmen gar nicht so viel wert ist.

Auskunft und erste Hilfe

Dr. Wüllrich hat mit vier weiteren Kollegen die SmartStart-Initiative gegründet, die Gründern gerade bei diesen Fragestellungen mit ersten Tipps kostenlos aushilft. Eine gute Sache!

Ansonsten hilft das Unternehmen bei der Ausgestaltung der Mitarbeiterbeteiligungsmodelle, die zum Teil recht kompliziert sein können.

Ich empfehle künftigen Gründern sich ernsthaft Gedanken über die virtuelle Mitarbeiterbeteiligung zu machen und Anteile am Unternehmen nicht so schnell herauszugeben. Wenn man sich doch dafür entscheiden sollte, dann entsprechende Klauseln (wie z.B. die Vesting-Klausel) einbauen.

3 Kommentare

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.