Warum Rom und Ihr Unternehmen sich das Schicksal teilen könnten

Insolvenzen wird es in Deutschland noch mehr geben, als viele ahnen, weil es der deutsche Mittelstand nicht schafft sich mit dem Internet innovativ zu beschäftigen. Bereits Quelle war zu arrogant für das Internet und ebbnete damit den Weg für Amazon. Wo Amazon heute ist wissen wir alle, aber auch wo Quelle steht ist klar. Wie das Web 3.0 die Gesellschaft verändert hat und weshalb Sie als Unternehmer spätestens jetzt sofort reagieren sollten will ich in einem meiner vielen Aufrufe versuchen klar zu machen. Noch nie war es so wichtig Firmen Seminare zu buchen wie im Jahr 2012, um sich mit Strategien und Umsetzungsplänen einzudecken. Sie dürfen ruhig glauben, dass ich das schreibe, weil ich mit Seminaren Geld verdienen will, denn Sie hätten dann 100%ig recht. Doch das ändert nichts an den Tatsachen, die ich beschreibe.

Als Thomas Newcomen im Jahre 1712 die erste funktionierende Dampfmaschine „konstruierte“ wurde das Abpumpen von Wasser in Bergwerken deutlich erleichtert. Es war eine wunderbare technische Errungenschaft durch den englischen Visionär Thomas Newcomen. Doch auch Thomas Newcomen hatte das Rad nicht neu erfunden, daher liegt meine Betonung auf „konstruierte“, denn in der Tat wurde der Vorläufer der späteren Dampfmaschine in den frühen Jahrhunderten nach Beginn der christlichen Zeitrechnung. Im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende versuchten sich zahlreiche Erfinder und Entwickler an der Dampfmaschine. Zu denen gehörte auch der deutsche Thomas Savery. Jedoch ohne Erfolg, denn es waren einfach die falschen Typen in der falschen Zeit.

1769 war allerdings die gesellschaftliche Entwicklung wie auch auf technologischer und wirtschaftlicher Ebene die Zeit reif für Visionär und Geschäftsmann James Watt, der die Dampfmaschine perfektionierte für die anstehende Industrialisierung. Er hat die vorhandene Dampfmaschine aufgegriffen und die Wirkungsgrad von 0,5 % auf 3,0% erhöht. Das machte die Dampfmaschine erstmals wirtschaftlich und rentabel. Selbstverständlich liess es sich ein Mann wie James Watt nicht nehmen sogleich ein Patent anzumelden. Die Dampfmaschine machte nicht nur die Muskelkraft in vielen Bereichen überflüssig, sondern konnte sie in nahezu allen Bereichen eingesetzt werden z.b in der Landwirtschaft.

Wer hätte gedacht, dass bereits 4000 Jahre vor christlicher Zeitrechung die ersten Vorläufer des heutigen Automobils entstanden sind, als u.a ein griechischer Mathematiker den vermutlich ersten Vorfahren der Dampfmaschine entwickelte. Und sicherlich haben nicht wenige Zeitgenossen des Mittelalters über einen britischen Mönch gelacht und gelästert, als Roger Bacon 1214 sagte „Eines Tages wird man Karren zu bauen vermögen, die sich bewegen und in Bewegung bleiben, ohne geschoben oder von irgendeinem Tier gezogen zu werden.“ (Zitat im Wortlaut stammt von Wikepedia.Org). Zeit, Gesellschaft und Entwicklung waren jedoch erst am 29. Januar 1886 bereit für mobile Automobile. Zumindest gilt dieses Datum als die Geburtsstunde, als Carl Benz sein erstes Patent anmeldete.

 

Übrigens basierten die frühen Automobile auf der Dampfmaschine, denn im Jahre 1900 fuhren allein in den USA rund 40% aller Autos mit Dampf, ganze 38% wurden elektrisch betrieben und unglaubliche 20% waren mit Benzin befahrbar. Trotz der technischen und geschäftlichen Geschicke und Talente der Herren Carl Benz, Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach wurde die eigentliche Revolution von dem späteren mächtigsten Mann der Erde in Gang gesetzt: Henry Ford. Henry Ford war weder Erfinder des Automobils noch Erfinder der Fliessbandtechnik, um beides mal vorwegzunehmen und vielen Spekulationen den Boden zunehmen. Beides perfektionierte Henry Ford allerdings mit seiner Visionskraft und einer Weitsichtigkeit, die sogar die Gesellschaft völlig verändern sollte und gar seinen Namen tragen wird: Fordismus.

An diesem Zeitpunkt galt für die europäischen Autobauer: Wer nicht auf die Techniken und Entwicklungen von Henry Ford zugreifen wollte aus Stolz, Trotz oder fehlender Vorstellungskraft wird keine Chance haben die Industrialisierung zu überleben.

Wer immer noch mehr Wert legte auf versklavte Arbeitnehmer, die zu Hungerlöhnen und roher Muskelkraft knechteten statt auf moderne Dampfmaschinen umzurüsten sollte ebenfalls keine Chance haben, denn die Gesellschaft hatte sich ebenfalls weiter entwickelt und liess das einfach nicht mehr zu in Form von Gewerkschaften, Versicherungen (Unfallversicherung durch Bismarck), moderner Presse und Bildung. Der „Mob“ wusste sich jetzt zu wehren!

Als das Internet nur zu internen millitärischen und geheimdienstlichen Zwecken genutzt wurde, um u.a weltweit elektronische Post zu versenden hätte vorher doch niemand geglaubt, was der Wissenschaftler Vannevar Bush bereits 1945 von sich gab, als er das Vernetzungsprinzip theoretisch beschrieb. Viele Jahre waren auch nun vergangen seitdem die offizielle Geburtsstunde des Internets 1969 stattfand und schon vier Jahre zuvor 1965 der Begriff „Hypertext“ von Ted Nelson als feste Instanz definiert wurde bis zum revolutionären September des Jahres 1993, als die Firma AOL erstmals in der Geschichte auch zivilen Personen den Zugang zum Internet ermöglichte.

Selbst als der Hollywood Blockbuster „Email for you“ mit Meg Ryan und Tom Hanks zu einem Kassenschlager wurde, wussten nur die Nerds und Brillen tragenden Spinner, dass die erste deutsche Email sogar schon im Jahre 1984 an der Karlsruher Uni empfangen wurde. Als Konsequenz folgte ebenfalls im Jahr 1984 die heute noch bekannte DNS (Domain Name Server). Auch die Ahnen der heutigen Voice Over IP (VOIP), also DSL Leitungen, liefen schon 1979 äußerst erfolgreich in der renommierten Universität Duke, North Carolina.

Um diesen historischen Exkurs in die Welt der Technik und Visionen zum Ende zu bringen möchte ich betonen, dass hierdurch eines klarer werden soll. Und zwar sind wir, sind SIE und Ihr Unternehmen an dem Punkt wo die Welt mit Henry Ford stand, als er die Auto-Produktion perfektionierte und aufgrund der günstigeren Fliessband Produktion jedem den Kauf eines eigenen Autos ermöglichte. Das Web 2.0 ist die moderne Dampfmaschine, die einen höheren Wirkungsgrad erreichte und wirtschaftlicher wurde.

Das Web 3.0 ist die Kaiser-Wilhelm-Disziplin. Also eine Zeit in der niemand einen diktierenden Kaiser haben wollte und man ihn ins Exil schickte, wo er in seiner eigenen Zeit weiter leben konnte, aber nur für die aller wenigsten eine Rolle spielte. Nach und nach wurde er sogar völlig vergessen und bedeutungslos. Erst in den späteren Jahren bekam Kaiser Wilhelm II seinen verdienten Platz in den Geschichtsbüchern der 5. Klasse.

 

Unternehmen haben jetzt schon dramatisch an Macht verloren und wer Macht verliert, verliert auch als logische Konsequenz an Einfluss. Und wer keinen Einfluss besitzt muss sich an Menschen richten, die diesen Einfluss haben und den Takt vorgeben. Die Takt-gebenden und Einflussreichen Menschen, die das Web 3.0 hervorgebracht hat sind Kunden, auch Ihre Kunden. Es gilt nicht mehr zu verstehen, sondern zu akzeptieren, sonst stehen Sie auf verlorenem Posten! Neue Strategien und ein neues Verständnis von Marketing, Vertrieb und Kommunikation sind die Schlagader Ihrer unternehmerischen und wirtschaftlichen Zukunft. Heute gewinnen nicht mehr die Bad Boys, die den Takt durch Manipulationen und brutalen Angriffen auf das limbische System vorgaben. Heute gewinnen die guten Jungs und Mädels, die die Höflichkeit  besitzen ihr Gegenüber aussprechen zu lassen und somit erstmal zuhören.

Die guten Jungs und Mädels sind Partner und Helfer. Keine fadenscheinigen Diener, die den Kunden immer so lange dienen bis sie ihn an dem Punkt haben wo er seine Geldbörse bereitwillig öffnet, um anschliessend das unangenehme Gefühl der Kauf-Reue zu verspüren. Ob Sie Mittelständler, Versicherungs Agentur/ Versicherungs Makler, Dienstleistungsunternehmen, Anwaltskanzlei, Wirtschaftsprüfer sind u.s.w , spielt keine Rolle.

 

Der digitale Kunde ist überall und den letzten (Unternehmer) beißen die Hunde! 

Kunden wollen sich nicht mehr mit sinnloser Werbung zufrieden geben und lassen sich auch nicht mehr von Promis oder manipulierender Gefühlsduselei beeinflussen. Der digitale Kunde wie ihn einer meiner Trainer Kollegen bezeichnet will Echtheit, Ehrlichkeit und Vertrauen. Digitale Kunden wollen ernst genommen werden und sie wollen gehört werden, so wie die Arbeiter um das 19. Jahrhundert als sie die Arbeit niederlegten und sich in immer mächtiger werdende Gewerkschaften und demokratischen Parteien organisierten, um sich zur Wehr zu setzen. Der moderne, gebildete und gesättigte digitale Kunde will auch mehr Demokratie. Er will mitbestimmen und erwartet auch, dass Unternehmen sich bereit erklären ihn mitbestimmen zu lassen.

Wer sich nichts daraus macht wird kläglich scheitern, denn so wie es um das 19. Jahrhundert modernere Betriebe gab, die ihre Arbeiter nicht versklavten, so gibt es auch im Hier und Heute genügend Unternehmen und Dienstleister , die dem neuen Ruf des Internet Kunden folgen und sich anpassen. Im Umkehrschluss sind vernichtende Insolvenzen vorprogrammiert derer, die nicht diesem mächtigen Ruf folgen und beugen, denn selbst das römische Reich ist untergegangen und musste sich neuen und moderner gewordenen Völkern gefügig zeigen. Heute ist Rom nur noch ein Kapitel in Geschichtsbüchern unserer Kinder und so weit entfernt, dass wir uns kaum ernsthaft vorstellen können, dass die Nachfahren um Silvio Berlusconi tatsächlich weltweit den Ton angaben in Kultur, Wirtschaft, Millitär und Bildung.

Wer sich nicht mit neuen Strategien befasst läuft offensichlich bewusst und absichtlich Gefahr, dass das eigene Unternehmen genauso der Geschichte angehören werden wird wie das einst so reiche und fortschrittliche Rom.

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