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Warum Werbefinanzierung bei Online-Tools nichts bringt

Ich habe gestern einen Artikel auf chip.de gelesen. Darin ging es um Online-Karteikartentrainer. Alle drei vorgestellten Tools hatten eins gemeinsam: Sie finanzierten ihre Free-Version per Werbung.

Natürlich versucht jedes Tool an jedem Nutzer etwas zu verdienen. Selbst bei denen, die kein Geld für Apps ausgeben wollen. Die müssen sich dann Werbung antun und am besten auch einmal auf eines der Banner klicken. Denn nur so verdient auch der Betreiber an dem Nutzer.

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Um tatsächlich mit Werbung Geld zu verdienen, muss a) die Werbung richtig ausgewählt und b) richtig platziert werden. Ein Banner rechts unten, der eh nicht auffällt, ist für die Katz. Die kann man sich getrost sparen. Sinnvoll ist Werbung aus Betreibersicht, wenn sie im Blickfeld platziert wird.

Hier stellt sich die Frage, welcher Lernende beim Lernen mit Werbung belästigt werden möchte. Ist man unternehmerisch konsequent, muss man dies tun, um den Nutzer zur Premium-Version zu bringen. Das Risiko ist, dass man Free-User verärgert.

Ich glaube nicht, dass man mit Werbung großartig Geld verdienen kann. Hierzu braucht es neben hohem Traffic auch einen Spezialisten, der sich ständig mit Anzeigen, deren Platzierung, Auswahl etc. beschäftigt. Diesen Fachmann dürften keine der vorgestellten Tools besitzen.

Deshalb hatten wir bei unserem Karteikartentrainer CoboCards gänzlich auf Werbung innerhalb der App verzichtet. Später haben wir für Nicht-User im Pool dezent an der Seite Adsense eingeführt. Die Einnahmen sind bescheiden, so dass es kaum Sinn macht, den Nutzer damit zu belästigen. Stattdessen sollten sich Online-Gründer andere Wege der Finanzierung überlegen.

Als wir bei CoboCards beschlossen, dass Drucken von Karteikarten zu einer Pro-Funktion zu machen, gab es Kundenreaktionen, die um die Entfernung vdes CoboCards-Logos auf den Papierkarten baten. Wir diskutierten diesen Vorschlag ernsthaft im Team.

Ich war der Meinung, dass das Logo entfernt werden könnte. Mein Kollege gegenteiliger Ansicht. Schließlich hat er mich überzeugt. Erstens war das Logo recht klein und zweitens leben wir auch mit Kleidung, auf dem Unternehmen durchaus ihre Logos einnähen etc. Kundenzufriedenheit ja, aber nicht zu jedem Preis. Das Logo war für uns auch ein Mittel der Markenkommunikation.

Mein Rat an Online-Gründer ist, nicht gleich an Werbefinanzierung zu denken. Damit lässt sich in der Regel kein Tool auf Dauer finanzieren. Eines der Tools, die bei Chip vorgestellt wurde, deckt mit der Werbung höchstens die Serverkosten. Übrig bleibt da unterm Strich nichts. Ich weiß auch nicht, warum die das Tool noch online halten. Ohne vernünftigen Support, ohne Weiterentwicklung ist das Tool eh zum Tode verurteilt. Es ist wohl der Gedanke, dass man bisherige Nutzer nicht vergraulen will.

Ab und an treten Bekannte aber auch mir unbekannte Personen an mich heran und stellen mir ihre Idee vor. Meine erste Frage lautet in der Regel: Wie willst Du das finanzieren? Wenn ich als Antwort: „Mit Werbung oder so“ versuche ich gleich den Zahn zu ziehen. Gründer machen oft den Fehler, sich ganz zum Schluss über die Monetarisierung Gedanken zu machen. Sie sind von ihrer Idee so begeistert, dass sie das Wichtigste (Geld verdienen) außer vor lassen. Dabei müssten sie gleich von Beginn an Möglichkeiten der Finanzierung ausloten.

P.S. Bis Ende Februar kann man die Pro-Version von CoboCards zu eine vergünstigten Preis erhalten. Wer also das Tool mal testen und 20% Vergünstigung erhalten möchte, findet nähere Infos auf unserer Facebook-Seite.

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