Was bleibt übrig? Vorher kalkulieren schützt vor bösen Überraschungen

So schön das Arbeiten von zu Hause aus auch ist, es muss sich vor allem lohnen. Im Gegensatz zu einem Angestellten, dessen Einkommenssteuer automatisch vom Gehalt abgezogen wird, erfährt ein Freiberufler erst im Nachhinein, wie viel Steuern er von seinen Honoraren an das Finanzamt abführen muss. Alles, was man tun kann, um nicht in Liquiditätsprobleme zu geraten, ist genügend Geld auf Seite zu legen. Immerhin müssen Freiberufler keine Gewerbesteuer bezahlen. Aber auch die Einkommens- und Umsatzsteuer sind Posten, der nicht ignoriert werden dürfen. Welche Beträge deshalb sinnvollerweise auf Seite gelegt werden sollten, verrät ein geeigneter Steuerrechner. Mittlerweile gibt es diese auch speziell für Freiberufler.

Online Rechner liefern schnellen Überblick
Ein gutes Beispiel für einen Selbständigen-Rechner ist das Angebot von selbstaendigen-rechner.de. Mit dessen Hilfe kann die Einkommenssteuer berechnet werden. Das ist recht einfach:

Auf dem ersten Reiter werden die Angaben zur Art der Freiberuflichkeit (Haupt- oder Nebengewerbe), dem Zeitraum der Kalkulation (monatlich oder jährlich), der Beziehungsstatus, die Anzahl der Kinder, und die Kirchensteuerpflicht eingetragen. Es existiert auch ein Gewerbesteuer-Menü, welches aber bei Freiberuflern standardmäßig mit „nein“ ausgefüllt wird, da diese Berufsgruppe von der Gewerbesteuer befreit ist. Die Umschaltfunktion von „monatlich“ auf „jährlich“ ist äußerst interessant: Mit der Monatsfunktion kann ein Grundbetrag definiert werden, den man für die Steuerlast auf Seite legen sollte. Die „Jahresfunktion“ gibt dagegen Auskunft darüber, wie sich steuermindernde Ausgaben auf die jährliche Steuerlast auswirken. Insbesondere die Beiträge zur privaten Altersvorsorge können damit kalkuliert werden. Die Frage, welches Versicherungsmodell mit welchen Beiträgen zu welcher Steuerminderung führt und damit besonders interessant wird, ist mit dieser Funktion kalkulierbar.

Der zweite Reiter fragt nach dem Umsatz. Hier wird der Betrag über den Zeitraum eingegeben, der vorher gewählt wurde. Vorsicht, nicht verwechseln!

Im dritten Reiter werden die Betriebsausgaben eingetragen. Dazu gehören die betriebliche Haftpflichtversicherung, die betriebliche Rechtsschutzversicherung, die KFZ- Versicherung, die Betriebskostenversicherung und sonstige Ausgaben. Diese werden im Punkt „Übliche Betriebsausgaben“ automatisch zusammengefasst. An der Zusammenfassung kann abgelesen werden, ob die Summen plausibel sind oder ob nicht doch vielleicht etwas vergessen wurde.

Der vierte Reiter fragt nach den privaten Ausgaben. Dazu gehören vor allem die Versicherungsbeiträge. Eine Krankenversicherung ist auch für Freiberufler verpflichtend. Dies gilt, sofern die Erträge der Freiberuflichkeit die einzige Einkommensquelle sind. Aber auch wenn die nebenberuflich erworbenen Honorare das Einkommen aus einer sozialversicherungspflichtigen Anstellung nicht überschreiten, werden Zusatzbeiträge in der Krankenversicherung fällig! Die Beiträge zur Krankenversicherung, zur Berufsunfähigkeit und zur Altersvorsorge wirken dabei steuermindernd. Dennoch existiert das weitere Feld „private Lebenshaltung“. Diese Ausgaben sind natürlich nicht steuerbegünstigt. Sie mit in die Kalkulation aufzunehmen, verbessert aber die Übersichtlichkeit. Schließlich ist die Frage durchaus interessant, ob sich das freiberufliche Engagement überhaupt bezahlt macht.

Auf dem letzten Reiter wird schließlich ein übersichtliches Ergebnis darüber gegeben, welcher Betrag als Einkommenssteuer zu erwarten ist. Es empfiehlt sich daher, diesen Betrag mit einem kleinen Puffer, monatlich auf Seite zu legen. Eine verzinsliche Geldanlage ist gestattet. in diesem Fall aber die anfallende Zinsertragssteuer nicht vergessen und auf Spekulationen verzichten!

Sozialbeiträge für Freiberufler

In den letzten Jahren hat sich sehr viel für Selbständige und Freiberufler geändert. Die hauptberuflich arbeitenden Menschen in dieser Einkommensform unterliegen uneingeschränkt einer Krankenversicherungspflicht. Eine allgemeine Rentenversicherungspflicht ist auch ab dem 1.7. beschlossen. Gerade für die Altersvorsorge wurde für Selbständige und Freiberufler die Rürup-Rente eingerichtet. Besonders interessant an dieser Form der Absicherung ist die hohe Absetzbarkeit. Diese liegt heute schon bei 76%, was aber bis zum Jahr 2025 auf 100% steigen wird. Aber es gibt auch Einschränkungen: Der jährlich für eine Rürup-Rente absetzbare Höchstbetrag liegt bei 20.000 Euro. Ziel der Rürup-Rente ist es, den Freiberuflern in ihrem Ruhestand einen Mindestbetrag nach ALG2 zu ermöglichen, ohne die Allgemeinheit zu belasten. Es ist also bei einer Rürup-Rente lediglich ein Betrag von ca. 660 Euro im Monat als Rente generierbar. Eine zusätzliche Absicherung ist deshalb dringend anzuraten.

 

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