Wenn der Warenimport aus Fernost zu einem Problem wird

In meinen letztens Beiträge über das Investieren in der Türkei hatte ich geschrieben, dass es unbedingt notwendig ist, einen zuverlässigen und vertrauenswürdigen Partner vor Ort zu haben. Ansonsten sollte man eher die Finger vor Investitionen im Ausland lassen. Das gilt m.E. auch für Importgeschäfte aus Fernost, wie ich an folgendem Beispiel deutlich machen möchte.

Innovative Haarpflegeprodukte aus Fernost

Im letzten halben Jahr sind mir ein paar Male Fälle unter diese Nase gekommen, bei denen anscheinend Unternehmen wie Pilze aus dem Boden gekrochen kamen, die innovative Produkte vertreiben wollten. Ich habe sogar gedacht, dass diese alle aus ein und demselben Dach stammen, also nur verschiedene Portale ein und desselben Vertriebsunternehmens sind.

Mitte März hatte ich dann Kontakt zu einer dieser Unternehmen, die ein Haarpflegeprodukt in Deutschland bekannt machen wollten. Es ging um eine Bürste, die innovativ sein sollte, da die Bürstenstruktur so außergewöhnlich sein sollte, dass es die Kopfhaut beim Kämmen massiert.

Nun gut, ich willigte ein, beim Marketing der Bürste mitzuarbeiten, wollte jedoch einmal diese Bürste in den Händen halten. Schließlich will man nichts bewerben, dass am Ende nicht den Text wert ist, den man schreibt.

Verzögerungen bei der Lieferung

Die Bürste wurde erst für Mitte Januar, dann Mitte Februar, dann Mitte April und jetzt für Mitte Mai versprochen. Hmm… da hat offensichtlich jemand Probleme…

Meine Vermutung war, dass das Problem an der Lieferung der Bürsten aus dem Herstellungsland her ruhten. Die Vermutung liegt nahe, dass es Fernost ist. Woher sonst sollte man günstig Bürsten beziehen sollen.

Ich schrieb meine Ansprechpartnerin an. Diese eskalierte den Vorfall vorbildlich an die Geschäftsleitung, die sich dann kurzer Hand bei mir meldete.

Die Ursache der Lieferverzögerung

Wie ich vermutet hatte, lag das Problem an einer „Fehlleitung eines Containerschiffs“. Hmm.. wie wird ein Schiff fehlgeleitet? Will es nach Deutschland und wird bei Vietnam plötzlich nach Australien gelotst?

Wie auch immer. Nehmen wir an, es wäre so und aus diesem Grund kam keine Lieferung Anfang Januar an (Mitte Januar sollte nämlich die Lieferung vertrieben werden). Braucht eine erneute Schiffsbeladung tatsächlich vier Monate? Offensichtlich schon.

Nun gut, die Geschäftsleitung bot mir an, eine Bürste aus deren Musterkollektion zuzuschicken. Interessiert war ich nicht sonderlich daran. Denn wie kann ich Werbetexte für ein Unternehmen verfassen, dass später vielleicht seine Kunden monatelang warten lässt? Stattdessen verfasste ich eher eine E-Mail mit Hinweisen zur Etablierung auf dem Markt, über die Bedeutung von Multiplikatoren und Partnerbeziehungen.

Fazit Warenimport aus Fernost

Ich bin stets etwas vorsichtig, wenn es um eine Geschäftsidee geht, bei der man nicht vorher jahrelang Erfahrung gesammelt hat. In diese konkreten Fall sollte man schon vorher einmal mit Außenhandel zu tun gehabt haben.

Vertrauen spielt eine große Rolle. Ich persönlich halte nicht sehr viel davon, wenn man einen Lieferanten in Fernost gefunden hat und „irgendwie“ glaubt, dass Kind schon geschaukelt zu bekommen, weil einige einem zusichern, dass „alles schon klappen“ wird.

Dass ist vergleichbar mit den Restaurant-Dokus (aus denen man übrigens viel lernen kann), bei denen Menschen, die noch nie im Gastro-Bereich gearbeitet haben, plötzlich Restaurantbesitzer werden wollen. Das geht dann oft in die Hose.

Ich empfehle daher bei der Gründung eines Unternehmens, sich stets an seine Stärken und Erfahrungen zu verlassen.

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