Wie alles begann: Erste Schritte als Freelancer

Heute möchte ich ein wenig über die Anfänge meiner Zeit als Gründer berichten. Im Gegensatz zu meinen Mitgründern, die direkt aus der Uni kamen und Existenzgründer wurden, hatte ich schon ein paar Jahre Berufsleben hinter mir. Ich begann zunächst als Angestellter und entschied dann, Freelancer zu werden.

FreelancerNach meinem Abschluss arbeiete ich zwei Jahre und drei Monate für den Daimler-Konzern. Damals hießen die noch DaimlerChrysler bis man entschieden hat, dass der gemeinsame Auftritt doch nicht so eine gute Idee war. Der Job dort war in Ordnung, aber nicht besonders herausfordernd. Im Gegensatz zu einigen Kollegen, die sich auf jeden offene interne Stelle bewarben, wartete ich ab. Ich bewarb mich auf eine Stelle, bei der ich das Gefühl hatte, dass ich sehr gut dazu passte. Als die Verantwortlichen dies nicht so sahen, verließ ich das Unternehmen.

Mir wurde eine Stelle als Unternehmesberater in Aussicht gestellt. So wie der Zufall es wollte für ein Projekt beim Daimler-Konzern. Eine Bedingung gab es jedoch: Ich muss das erste Jahr als Freelancer dort arbeiten. Natürlich wusste ich erst gar nicht, was damit gemeint war und worauf ich alles achten musste.

Der Verdienst

Da wäre zunächst einmal der Verdienst. Wer auf die Frage „Wie viel möchten Sie den verdienen?“ sein Bruttogehalt vom vorherigen Arbeitgeber angibt, macht einen Fehler. Freelancer müssen immer den Bruttoverdienst plus 20% mindestens aufschlagen. Warum?

Ganz einfach. Vom Bruttogehalt werden bei Arbeitnehmern immer die Arbeitnehmeranteile wie Krankenversicherung und Rentenbeitrag einbehalten. Wenn man als Freelancer diese Beiträge weiterhin zahlen möchte, dann muss man nicht nur die Arbeitnehmer-, sondern auch die Arbeitgeberanteile bezahlen. Man ist quasi Arbeitnehmer und Arbeitgeber in einer Person.

Die Kosten

Als Freelancer ist man für all seine Kosten selbst verantwortlich. Man kann diese gering halten, indem man beispielsweise nicht in die Rentenkasse einzahlt. Wer eher risikoscheu ist, der sollte sich aber über eine private Rentenversicherung etc. informieren.

Auch bei den Versicherungen obliegt es einem selbst, ob man die freiwilligen wie Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) und dergleichen abschließen möchte. In meinem Fall war es einfach: Weder eine Private Krankenversicherung noch eine BU haben mich akzeptiert. Ich habe meine Kosten daher so gering wie möglich gehalten, das Geld gespart und in eine Immobilie investiert. Sie war für mich einfach die beste Altersvorsorge.

Als Freelancer muss man zum Belegsammler werden. Jede Quittung, jede Rechnung muss aufbewahrt werden. Wer das bisher unterschätzt hat, sollte sofort damit anfangen. Kaffee mit einem Kunden getrunken und die Rechnung bezahlt? Quittung mitnehen = Geschäftstreffen. Buch zum Thema PHP gekauft, Quittung aufbewahren = Weiterbildungsausgaben. Einem Kunden einen Kugelschreiber geschenkt, Quittung behalten = Werbegeschenke. All das kommt einem zugute, wenn am Ende des Jahres die Steuererklärung eingereicht werden muss.

Die Pflichten

Freenlancer sind Unternehmer. Also haften sie auch für ihre Arbeit. Wenn Sie ein Risiko sehen, schließen Sie eine Berufshaftplicht ab. Diese ist z.B. für Rechts- und Steuerberater obligatorisch. In meinem Fall (IT-Projekte) sah ich keinen Grund hierfür, auch wenn man komplette IT-System zum Einstürzen bringen kann und dies teuer wird.

Die Investitionen

Freenlancer sind Unternehmen. Um als Unternehmen zu wachsen, muss man in diese investieren. Sollte Ihr Partner sich wieder darüber aufregen, warum Sie schon wieder einen Anzug oder ein paar Schuhe gekauft haben, halten Sie dagegen, dass Sie in Ihr Unternehmen investiert haben. Dass in dem Fall Unternehmen gleichbedeutend ist mit Ihrer Person, dafür können Sie ja nichts 🙂

Bildquelle: Bojana Ilic / 123rf.com

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