Aus der Praxis: Wie man Geomarketing einsetzt

Zum Marketing-Mix eines jeden Projekts gehören folgende vier Punkte:

  1. Produkt
  2. Preis
  3. Distribution und
  4. Kommunikation

Marketing darf also nicht nur als Werbung verstanden werden. So wird es oftmals fälschlicherweise nämlich gemacht. Das Schalten von Werbung wäre nur eine Teildisziplin der Kommunikation.

Marketing wird jedoch nicht nur mit Anzeigenwerbung gemacht, sondern mit allen oben aufgeführten Instrumenten des Marketing-Mixes. So gehört die Preisgestaltung beispielsweise genauso zum Marketing wie die Wahl des Vertriebskanals.

Facebook und das „Quality Targeting“

Klassische Werbung zielt darauf ab, dass jeder Ziel der Werbung ist. Ein Werbeplakat kommuniziert an die Masse. Dies führt dazu, dass Menschen, die sich nicht angesprochen fühlen, von der Werbung genervt sind. Die Folge: Werbung wird weniger beachtet.

Seit Facebook wird Werbung gezielt bestimmten Zielgruppen sichtbar gemacht. Die Eingrenzung nach Geschlecht, Alter oder Wohnort sorgt für Werbung, die an relevante Zielgruppen entsendet wird. Dies sorgt für höhere Wirksamkeit der Werbung.

Was ist nun Geomarketing?

Das Geomarketing ist die Ergänzung des Marketings um die räumliche Komponente. D.h. also, dass regionale Gegebenheiten mit in die Marketingstrategie einfließen.

Sicherlich hat fast jeder einmal einen Anruf von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erhalten. Die führen seit Jahren Marktumfragen durch und fragen da auch nach regionalen Daten. Diese werden dann auch von Unternehmen für das Marketing genutzt.

Zur Unterstützung des Geomarketings kann man auch Software nutzen, die diese Marktdaten nutzen. Auf regiograph-shop.de gibt es z.B. solch eine. Als Gründer mit knappen Mitteln haben wir Geomarketing jedoch zunächst selbst gemacht. Das kostet dann entsprechend mehr Aufwand.

Aus der Praxis

Anhand eines Praxisbeispiels will ich einmal aufzeigen, wie wir damals die regionale Komponente in den Marketing-Mix haben einfließen lassen. Und zwar anhand des Instruments „Preis“.

Wir haben damals eine App in die Stores gebracht. Diese sollte 2,99 € kosten. Wir haben auch zunächst diesen Preis für alle Regionen dieser Welt gewählt.

Wir haben jedoch bemerkt, dass die App regional unterschiedlich stark nachgefragt wurde. Während in Deutschland die Käufer etwas verhaltener waren, hatten beispielsweise die Amerikaner weniger Barrieren, 2,99 € für eine App auszugeben.

Das liegt daran, dass man in Deutschland ungern für digitale Güter zahlt. Sei es online oder mobil. Hierzulande herrscht eine „Im-Netz-muss-allles-kostenlos-sein“-Mentalität.

Dagegen sind Amerikaner eher bereit, für gute und nützliche Produkte zu zahlen. Auch im Internet.

Das Geomarketing sorgt nun dafür, dass man hier mit unterschiedlichen Preisen arbeitet und smoit auf einen höheren Ertrag kommt.

Die App wird also in den USA für 3,99 € angeboten, wogegen sie in Deutschland auf 1,99 € herabgesetzt wird. Der Vorteil ist, dass die meisten amerikanischen Kunden diesen Preisunterschied nicht wahrnehmen und dennoch kaufen.

Der deutsche Kunde, der eventuell doch etwas davon mitbekommt, freut sich, dass er weniger bezahlen muss und kauft. Entsprechend wird die Reduzierung des Preises auch im Instrument „Kommunikation“ genutzt.

Fazit

Es lohnt sich also auf die regionalen Gegebenheiten beim Marketing zu schauen und den Marketing-Mix um die Komponente Geomarkting zu ergänzen. Das betrifft neben dem Preis auch alle anderen Instrumente. Selbst Farbveränderungen am Produkt können manchmal die Wahrnehmung und somit das Kaufverhalten regional steigern.

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