Wie offen dürfen Gründer sein?

Vor 1-2 Wochen habe ich mich mit einem Kapitalgeber für mein neues Projekt getroffen und hatte dieses Treffen auch in meinem Projektblog angekündigt.

Nach dem Hinweis eines Kollegen habe ich den Blogbeitrag dann entfernt. Er meinte, es sei besser so.

In meinem vorherigen Start-Up waren wir recht offen. Wir kommunizierten beispielsweise Unternehmenszahlen, was uns durchaus den einen oder anderen Platz in den Medien brachte.

Dennoch wich ich diesmal von dieser Vorgehensweise ab und hörte auf meinen Kollegen. War das richtig? Man kann es so und so sehen.

Ein Beispiel, das für Offenheit spricht

Ich höre mir derzeit die Podcast-Reihe eine Podcast Start-Ups aus den USA an. Der Gründer Alex Bloomberg hat früher beim Radio gearbeitet und ist sich sicher, dass man mit professionell erstellten Podcasts Geld verdienen kann.

Ich mag seine Podcasts, da sie tatsächlich gut gemacht sind und Einblicke in das Leben eines Gründers bieten. Er ist dabei recht offen.

In der ersten Episode, die ihr euch auf hearstartup.com anhören könnt, reist Alex nach Kalifornien, um vor einem Early-Stage-Investor zu pitchen. Die beiden laufen eine Straße entlang. Alex hat praktisch zwei Minuten Zeit, seine Idee zu verkaufen. Er versagt, weil unerfahren.

In den nächsten Episoden führt er mehrere Investorengespräche, feilt an der Idee, am Unternehmen und findet einen Mitgründer. Trotz der vielen Absagen bleibt er jedoch dran bis endlich in Episode 6 ein Investor mit 100.000 $ einsteigt.

Die beiden sind natürliich super glücklich. Noch nie haben sie soviel Geld auf einmal gesehen, obwohl die beiden vielleicht um die 40 sind.

Was dann passiert ist irre. Menschen wie der Ex-Groupon Gründer melden sich bei ihm und bieten ihm an, ebenfalls 50.000 $ und zusätzlich 100.000 $, die ihm durch einen Fond zur Verfügung gestellt wurden, zu investieren. Ohne einen Businessplan gesehen zu haben, einfach weil andere mit im Boot sind.

Nach Ende der Episode 6 haben Alex und Matt etwas über eine Million Dollar zusammen und sind ihrem Ziel (1,5 Mio. $) schon recht nahe. Einfach weil sie ihre Idee, ihr Versagen, ihre Schwächen und ihre Deals kommunizieren.

Fazit

Viele Gründer haben Angst davor, dass ihre Idee geklaut werden könnte. Daher kommen sie gleich mit so genannten NDAs (Verschwiegenheitserklärungen). Selbst bei Investoren, die andere Sorgen haben als einem Gründerteam die Idee zu klauen.

Ich persönlich glaube, dass Offenheit eher einen zum Ziel bringt als Geheimnistuerei. Zumindest ist das meine bisherige Erfahrung. Denn wer über seine Idee spricht, kann durch Meinungen an dieser feilen.

In meinem Projekt merke ich, dass Menschen immer wieder dieselben Fragen stellen. Also muss ich meinen Fokus darauf legen. Und das hilft ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen.

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