Wir standen kurz vor einer unnötigen Unternehmens-Liquidation

Heute möchte ich ein wenig über das Thema Unternehmens-Liquidation schreiben. Denn Ende 2011 standen wir kurz vor einer unnötigen Entscheidungen dafür. Der Grund, warum wir das in Erwägung zogen lag zum einen an unserer Unerfahrenheit und zum anderen an der falschen Beratung.

Zum Hintergrund

2009 gewannen wir mit unsere Start-Up einen Businessplan-Wettbewerb. Die Hälfte des Preisgeldes (12.500 €) wurden uns vor und die andere Hälfte nach der Gründung der GmbH Anfang 2010 ausgezahlt. Dieses Geld nutzten wir als Stammkapital.

Was wir nicht wussten war, dass durch die Auszahlung der Summe auf das Geschäftskonto auch die GmbH als juristische Person Eigentümer dieses Betrags war. Somit war die Nutzung dieses Geldes zur Stammkapitaleinlage so zu sehen, als hätte uns die GmbH das Geld geliehen. Die Folge: Ende 2011 teilte uns unsere damalige Steuerberaterin mit, dass wir Gesellschafter der GmbH insgesamt 25.000 € schulden.

Das war natürlich im ersten Moment ein Schock. Noch schlimmer: Diese besagte Steuerberaterin teilte uns obendrein noch mit, dass wir vor der Insolvenz standen. Dabei waren wir weder zahlungsunfähig, noch nagten wir an der Hälfte des Stammkapitals.

Die weiteren Schritte

Es wurde uns daraufhin drei Optionen nahegelegt:

  1. GmbH in eine andere Rechtsform überführen
  2. Die Unternehmens-Liquidation
  3. Die Schulden akzeptieren und abbezahlen

Die ersten beiden Alternativen machten eigentlich keinen Sinn. Bei der ersten Lösung gab es Fürsprecher für eine Umwandlung in eine Personengesellschaft. Damit wäre jedoch das Haftungsrisiko in das private Vermögen übergangen. Bei meinen Mitgründern stand nicht viel auf dem Spiel. Bei mir immerhin 25% an einem Mahrfamilienhaus.

Bei der zweiten Alternative standen wir vor dem Problem, wie das Unternehmensvermögen aufgeteilt werden würde. Schließlich bestand dieses zum größten Teil aus immatriellen Gütern wie Code, Datenbank oder Design. Es machte keinen Sinn, diesen nach Anteilen aufzuteilen.

Ich wünschte, wir hätten schon damals ein Unternehmen wie die Unternehmens- und Personalberatung rohrer in Anspruch genommen. Wir hätten uns sicherlich viele Kopfschmerzen ersparen können.

Fazit

Letztendlich haben wir uns für die dritte Alternative entschieden. Vor allem auch deshalb, weil wir durch eigene Recherchen herausgefunden haben, dass wir nicht vor einer Insolvenz standen. Viel Nerven hat es dennoch gekostet.

Im Nachhinein bin ich sogar froh, dass wir diese Schulden hatten. Denn ohne diese hätten wir uns wohl Gewinne am Ende des Jahres ausbezahlt, was dem jungen Start-Up eher schädlich gewesen wäre. Durch gute Erträge konnten wir schließlich mit Ende des Jahresabschlusses 2013 unsere Schulden gegenüber der GmbH komplett tilgen.

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