Zu viele Gründer verderben den Unternehmensbrei

Am letzten Dienstag war ich zu einer Veranstaltung eingeladen, bei der es um eine Vereinsgründung ging. Ich wurde spontan eingeladen, so dass ich nicht einmal wusste, worum es gehen sollte. Als neugieriger Mensch sagte ich einfach zu.

Anwesend waren inklusiver meiner Person 24 Menschen. Davon haben mit Sicherheit 20 ihren Senf zu allen möglichen Themen gegeben. Obwohl ein provisorischer Vereinsvorsitzende eine Tagesordnung vorgab, hatte er es schwer, sich an diesen zu halten. Nicht nur, dass jeder zu allem eine Meinung hatte, es wurden ständig dieselben Fragen gestellt, die nächsten Schritte des Vereins vorgegriffen usw. Ich habe an diesem Tag mit Sicherheit einige Tausend Gehirnzellen verloren.

Zu viele Gründer sorgen für unnötige und ineffiziente Diskussionen. Dies gilt übrigens nicht nur für einen Verein, sondern auch für Start-Ups. Natürlich ist es immer gut, wenn man viele tatkräftige Hände zur Verfügung hat. Aber die Anzahl der Entscheider muss möglichst klein gehalten werden. Als im obigen Beispiel einige 13 Ressortleiter bestimmen wollten, musste ich mir nur an den Kopf fassen. 13 Ressortleiter und 10 Mitglieder. Das würde bedeuten, dass einige Ressorts zu Beginn nur aus einem Ressortleiter bestehen. Na dann, viel Glück! Ich bin dann mal weg.

Die optimale Anzahl an Gründern für den Start

Um ein Internetunternehmen zu gründen, reicht es meiner Erfahrung am Anfang aus, wenn man diese drei Kompetenzbereiche ausfüllt:

  • Betriebswirtschaft
  • Design
  • IT

Im optimalsten Fall werden diese drei Bereiche auch durch drei Personen abgedeckt. Wenn man einen guten Webdesigner hat, dann können es auch einmal zwei Personen sein. Natürlich spricht auch nichts gegen eine Doppelbesetzung. Im Gegenteil. Somit lässt sich das Risiko der Abwanderung eines Mitglieds problemlos kompensieren. Entscheidend ist jedoch, wie viele Entscheider es gibt.

Die optimale Anzahl an Entscheidern in einem Start-Up

Aus meiner eigenen Erfahrung habe ich gesehen, dass man immer eine Person braucht, mit der man sich austauschen kann. In Phasen, als ich unser Start-Up alleine führte, war dies unser Business Angel. Seine Bewertung meiner Überlegungen hat mir stets sehr viel gebracht.

Das bedeutet also, dass wenn man nur zu zweit gründet und der Mitgründer eher in strategischen Fragen „unbrauchbar“ ist, dass man sich zumindest einen guten, noch besser einen erfahrenen Freund sucht, mit dem man diskutieren kann. Niemand hat die Weisheit mit Löffeln gegessen. Auch die beste idee kann manchmal eher etwas für die Mülltonne sein, weil man einen Aspekt nicht bedacht hat.

Gründet an dagegen mit mehreren Leuten, so sollte man gut überlegen, wem man eine Beteiligung an der Gesellschaft geben will und wem man nur eine virtuelle Mitarbeiterbeteiligung. Muss also ein Gründungsmitglied unbedingt auch Gesellschafter sein oder reicht es, wenn er nur am Unternehmenserfolg partizipiert?

Dies sollte auch davon abhängen, ob ein Gründer bereit ist, den Kopf auch für das Unternehmen hinzuhalten. Das heißt, ein Gründungsmitglied, das von vorneherein die Geschäftsführung ablehnt, keine Managementaufgaben übernehmen möchte etc., muss meiner Ansicht nach auch kein Gesellschafter sein.

Denn zu viele Gründer, die am Entscheidungsprozess beteiligt sind, lähmen diesen. Dabei zählt Schnelligkeit. Gerade in der Anfangsphase. Endlose Diskussionen über den Kurs der Unternehmung sind kontraproduktiv. Die Devise muss lauten: Wenig diskutieren, viel machen.

In unserem Start-Up haben wir das Problem der endlosen Diskussionen durch die Kommunikation per E-Mail gelöst. Wir haben gesehen, dass persönliche Meetings oft länger als drei Stunden dauerten. Bei der E-Mail Kommunikation fasst man sich kurz. Jeder schreibt nur das Nötigste. Außerdem hat man somit Entscheidungen immer schriftlich vorliegen.

Fazit

Überlegt Euch also gut, mit wie vielen Leuten Ihr tatsächlich das Unternehen gründen wollt, wie viele etwas zu sagen haben sollen und bei welchen es reicht, diese nur am Erfolg zu beteiligen. Damit nicht zu viele Gründer am Ende noch den Unternehmensbrei verderben.

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