Serie: Arbeitsbekleidung – Lebensmittelindustrie

In viele Branchen der Arbeitswelt ist angemessene Arbeitsbekleidung ein Muss. In Bereichen des Gesundheitswesens, des Baugewerbes, der Lebensmittelindustrie oder vielen anderen Branchen wird Arbeitskleidung getragen, um primär vor verschiedenen externen Einflüssen zu schützen. Jedoch ist diese auch wichtig, wenn es darum geht, die Produktion vor Verunreinigungen wie Staub, Bakterien oder anderen schädlichen Elementen zu schützen. Ganz besonders wichtig ist das in der Lebensmittelindustrie.

Lebensmittelindustrie: Hier wird Hygiene und Sicherheit großgeschrieben

In einigen Arbeitsbereichen wird heutzutage viel Wert auf Hygiene gelegt. Um hier einen gewissen Standard zu erreichen und zu halten, bedarf es meist speziell angepasster Arbeitsbekleidung. Ganz wichtig ist dieser Punkt in der lebensmittelverarbeitenden Industrie, da hier die Lebensmittel im hygienisch einwandfreien Zustand sein müssen: von der Erstverarbeitung bis zum Endkunden darf hier keine Verunreinigung vorkommen.

hygiene in der küche

Gleichzeitig ist es auch hier wichtig, sich bei seinen Arbeitsaufgaben selbst sauber zu halten und ein dem Arbeitsbereich entsprechenden Schutz zu etablieren. Hier kommen dann je nach Bereich verschiedene Schürzen, Handschuhe, Stiefel und weitere Arbeitskleidung zum Einsatz. Gerade in der Lebensmittelindustrie arbeitet man auch häufig mit scharfen Gegenständen wie beispielsweise Messern oder Sägen. Hier ist ein entsprechender Schnitt- und Stechschutz essenziell, um sich selbst als auch die Produktion zu schützen.

Eines der wichtigsten Merkmale von Arbeitskleidung in der Lebensmittelindustrie ist das Qualitätswerkzeug HACCP.

Was genau ist HACCP?

Die Abkürzung HACCP steht für „hazard analysis and critical control points“, das wiederum übersetzt Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte bedeutet. Es geht hier um einen Ansatz im Hygienemanagement, der präventiv verhindern soll, dass Lebensmittel während der Produktion in irgendeiner Weise verunreinigt werden und so beim Konsumenten landen.

Das HACCP-Konzept setzt sich aus den folgenden 7 Schritten zusammen:

  • Schritt 1: Identifikation von Gefahren
  • Schritt 2: Bestimmung der kritischen Kontrollpunkte, an denen es zu Gefahren für das Lebensmittel kommen      kann
  • Schritt 3: Grenzwerte festlegen, die eine kritische Kontrolle ermöglichen
  • Schritt 4: Umsetzung eines Überwachungssystems an den kritischen Punkten
  • Schritt 5: Definition von Korrekturmaßnahmen bei Grenzwertüberschreitungen
  • Schritt 6: Überprüfung des Systems auf die Kontroll-Effizienz
  • Schritt 7: Dokumentierung des kompletten Konzepts mit Grenzwerten und Kontrollpunkten

HACCP-konforme Arbeitskleidung

Ein Teilbereich des HACCP-Konzepts und ein wichtiger Teil ist dabei auch die passende Arbeitskleidung. Hier wird jeder Arbeitsbereich in 3 verschiedenen Risikoklassen eingeteilt:

Risikoklasse 1 – geringes Hygienerisiko

In dieser Risikoklasse besteht nur eine geringe Hygienesicherheit, da hier keine leicht verderblichen Lebensmittel oder Zutaten verarbeitet werden. Meist handelt es sich hier um Bereiche, in denen die Lebensmittel bereits durch eine Verpackung hinreichend geschützt sind, beispielsweise in Lagern. Aber auch hier sollte spätestens nach einer Woche die Bekleidung gewechselt werden.

In dieser Risikoklasse sind alle Farben erlaubt und es sind keine Lenkungsmaßnahmen (Maßnahmen zur Verringerung der Hygienerisiken) erforderlich.

Risikoklasse 2 – hohes Hygienerisiko

In Bereichen der Risikoklasse 2 werden leicht verderbliche Lebensmittel und Zutaten verarbeitet, ohne von einer Verpackung geschützt zu sein – der Mitarbeiter kommt in diesem Fall in direkten Kontakt mit dem Produkt. Diese Bereiche können im industriellen Bereich definiert sein (beispielsweise Verpackungsstationen), dazu gehören aber auch beispielsweise Verkaufstheken beim Fleischer. Meist werden Lebensmittel in diesen Bereichen nicht mehr weiterverarbeitet und daher können sich durch Verunreinigungen Mikroorganismen bilden.

In dieser Risikoklasse ist bereits nur noch helle Kleidung (beispielsweise weiß oder hellgrau) erlaubt, damit man potenzielle Verunreinigungen direkt erkennen kann. Lenkungsmaßnahmen sind hier auch noch nicht erforderlich, jedoch eine regelmäßige Überprüfung sowie eine jährliche Verifizierung des Konzepts.

Risikoklasse 3 – höchstes Hygienerisiko

Die höchsten Anforderungen werden an die Arbeitskleidung werden in der Risikoklasse 3 gestellt. Hier muss eine sehr hohe Schutzfunktion sichergestellt sein, da hier mit unverpackten Lebensmitteln gearbeitet wird, die verzehrfähig und sehr leicht verderblich sind. Zudem können diese nicht technologisch stabilisiert werden und sind so anfällig für Mikroorganismen und Krankheitserregern. Zu diesen Lebensmitteln gehören beispielsweise Fisch und Molkeprodukte.

In diesen Bereichen wird ebenfalls nur mit heller Kleidung gearbeitet. Zudem muss garantiert sein, dass hier keine Verunreinigungen in das Lebensmittel gelangen. Es sind Lenkungsmaßnahmen erforderlich und diese Bereiche unterliegen einer ständigen Überwachung.

Weiße Arbeitskleidung – warum das?

Wie sie nun wissen, ist weiße bzw. sehr helle Arbeitskleidung in der Lebensmittelbranche durch das HACCP-Konzept bereits ab der Risikoklasse 2 fest vorgeschrieben, daher sehen sie diese in vielen verschiedenen Bereichen mit Lebensmittelkontakt. Ein auf die Lebensmittelindustrie spezialisierter Anbieter ist die Firma Ehlert, die in seinem Onlineshop eine große Auswahl an spezieller Arbeitskleidung führt.

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